Frau transplantiert Schmetterlingsflügel

Flügeltransplantation bei einem Monarchfalter
Operation erfolreich: Der Monarch kann nun wieder fliegen. Auf dem neuen Flügel fehlt zwar der schwarze «Männchenpunkt», sonst passt er aber wunderbar.
Romy McCloskey
Ungewöhnliche «Operation»
Romy McCloskey aus dem US-Bundesstaat Texas zieht Monarchfalter gross, um sie dann frei zu lassen. Einer ihrer Schützlinge verletzte sich am Flügel – und landete auf McCloskeys «Operationstisch».

Romy McCloskey aus The Woodlands, Texas, USA, mag Schmetterlinge. Als sie im Herbst Raupen des Monarchfalters in ihrem Garten fand, nahm sie sie in ihr Haus, um ihnen zu besseren Überlebenschancen zu verhelfen und sicherzustellen, dass sie als ausgewachsene Schmetterlinge ihre grosse Reise nach Mexiko antreten können. Doch während der Verpuppung entdeckte ihre Katze die Kokons und tat, was Katzen eben so tun – sie gab ihnen einen Schubs und einige fielen herunter, wie McCloskey der «Washington Post» erzählt. Einer der Kokons sei so beschädigt gewesen, dass der darin enthaltene Falter starb, ein anderer hatte einen grossen Riss.      

Aus diesem schlüpfte einige Tage später ein Falter mit einem deformierten Flügel. McCloskey wusste, dass er so nicht überleben würde. Ein Freund schickte McCloskey daraufhin ein Youtube-Video, dass Schritt für Schritt zeigt, wie man einen Schmetterlingsflügel repariert (lesen Sie hier mehr dazu). Kostümdesignerin und Stickerin McCloskey habe keine Sekunde gezögert und griff zu ihrem Werkzeug: Mit einem Kleiderbügel fixierte sie das Tierchen auf dem Tisch, amputierte den verstümmelten Flügel – was dem Monarchen nicht weh tat, denn in den Flügeln hat er keine Nerven – und klebte den Flügel eines wenige Tage zuvor gestorbenen Weibchens an. «Aufgrund meiner Arbeit war es ein Kinderspiel», sagt sie zu der «Washington Post».    

Romy McCloskey postete Bilder ihrer erfolgreichen Flügeltransplantation auf Facebook:

Der neue Flügel passte – mit einem kleinen Unterschied: Die Spenderin war ein Weibchen, der kleine Patient aber ein Männchen. Auf seinem neuen Flügel fehlt nun der kleine schwarze Punkt in der unteren Hälfte, der ihn als solches ausweist. Nach einer Nacht der Erholung entliess McCloskey ihn und seine acht Gspändli in die Freiheit. Ihr Patient landete erst auf einem Busch und zog dann von dannen. «Ich hoffe er trinkt in Mexiko eine Margarita mit seinen Kumpels.»

Dieses Video zeigt, wie man einem Schmetterling einen neuen Flügel anklebt (Video: Live Monarch Foundation): 

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