Kamerapinguine im Dienst der Forschung

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Während sie an Land ziemlich unbeholfen wirken, sind Adeliepinguine sehr geschickte Schwimmer.
Liam Quinn/Flickr/CC-BY-SA
Antarktis
Um das Jagdverhalten von Adeliepinguinen zu beobachten, haben japanische Wissenschaftler einige von ihnen mit Kameras ausgestattet.

Adeliepinguine in der Antarktis sind erstaunlich schnelle und sehr effiziente Jäger. Das berichten japanische Wissenschaftler in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften.

Wenn sie auf einen Krill-Schwarm treffen, schnappen die Tiere bis zu zwei der Kleinkrebse in einer Sekunde, berichten Yuuki Watanabe und Akinori Takahashi vom National Institute of Polar Research in Tokio. Um Fische unter der Eisfläche zu fangen, nähern sich die Pinguine heimlich von unten, heisst es weiter.

Was Pinguine fressen und wie sie jagen ist weitgehend bekannt. Dennoch liegen viele Details des Jagdverhaltens der Tiere im Dunkeln, da direkte Beobachtungen unter Wasser schwierig sind. Die Forscher statteten nun 14 Adeliepinguine in der Lützow-Holm-Bucht in der Antarktis mit Kameras aus. 

Diese Bucht stellt einen speziellen Lebensraum für die Art dar, da sie von einer festen Eisfläche bedeckt ist, die nicht wie Packeis vom Wind oder von Meeresströmungen bewegt wird. Die Forscher konnten die Pinguine beim Jagen live beobachten. 

Schnelle Drehung des Kopfes
Da die Kameras im Schnitt nur etwa 85 Minuten aufzeichnen, brachten die Wissenschaftler zudem Beschleunigungsmesser an Kopf und Rücken der Tiere an. Die Idee: Die Forscher beobachten zunächst, welches Signal die Beschleunigungsmesser liefern, sobald ein Pinguin auf dem Film ein Beutetier schnappt.

Später können sie dann allein aufgrund des Beschleunigungssignals einen Beutefang feststellen. Da die Beschleunigungsmesser insgesamt etwa 50 Stunden aufzeichnen, lassen sich so auch längere Jagdausflüge der Pinguine komplett überwachen.

Die Auswertung ergab, dass die Adeliepinguine bemerkenswert schnell und effizient jagen. Krill erbeuteten sie in der gesamten Wassersäule bis in eine Tiefe von etwa 80 Metern, schreiben die Forscher. Mit einer schnellen Drehung des Kopfes schnappten sie blitzschnell einzelne Tiere aus grossen Schwärmen heraus.

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