Letzter Film des ausgestorbenen Beutelwolfs veröffentlicht

Tasmanien
Der Beutelwolf starb in den 1930er-Jahren aus, als der letzte lebende Vertreter der Art im Zoo der tasmanischen Hauptstadt Hobart starb. Von ihm sind nun bisher unbekannte Filmaufnahmen aufgetaucht und digitalisiert worden.

Er wurde bis zu 1,3 Meter lang, einen gestreiften Rücken, was ihm den Namen Tasmanischer Tiger einbrachte, und eine Vorliebe für andere Beuteltiere – als Nahrungsquelle: der Beutelwolf. Er lebte bis in die 1930er-Jahre auf der australischen Insel Tasmanien.

Ursprünglich war er aber auch auf dem australischen Festland und in Neuguinea zuhause – auf dem Kontinent und der Insel starb er aber schon vor Tausenden von Jahren aus. Forscher vermuten, dass sein Verschwinden mit dem Eintreffen der von den damaligen Menschen mitgebrachten Dingos zu tun hatte.

Auf Tasmanien konnte er sich aber halten – bis die Europäer kamen und mit ihnen die Schafe. Er habe einen ungezügelten Appetit auf jene, unterstellten die Neuankömmlinge dem Beutelwolf und jagten ihn gnadenlos. 1930 wurde das letzte Exemplar in der freien Natur getötet, 1936 starb mit Benjamin, dem letzten bekannten Beutelwolf, im kurz darauf geschlossenen Zoo der Hauptstadt Hobart die Art aus.

Die Suche geht weiter
Das National Film and Sound Archive of Australia (NFSA) hat nun «neue» Aufnahmen aus dem Jahr 1935 veröffentlicht. Sie zeigen Benjamin in seinem – überaus tristen – Käfig im Zoo von Hobart. Obendrauf rütteln Zoowärter am Gitter, wohl um das Tier aufzuschrecken, damit es für den Filmer interessantes Verhalten zeigt. Es ist der letzte bekannte Film von Benjamin und von einem Beutelwolf überhaupt.

Die 21-sekündige Sequenz sei seit 85 Jahren nicht mehr öffentlich gezeigt worden, schreibt das NFSA auf seiner Website. Sie stammt aus einem in Vergessenheit geratenen Reisebericht namens «Tasmania the Wonderland», von dem nur neun Minuten überlebt haben. Als Filmer wird der Australier Sidney Cook (1873 - 1937) vermutet.

Wie das NFSA schreibt, wolle man weiter nach Filmaufnahmen des Beutelwolfs suchen. Am liebsten hätte man Aufnahmen in Farbe, in der freien Natur oder solche, auf denen man die Laute der Beutelwölfe hört, so das NFSA.

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