Licht auf verborgene Tausendfüsser-Arten

Tausendfüsser

Neues Licht auf Tausendfüssert-Art: Haasea gruberi Antić & Akkari war in der bereits bestehenden Sammlung des NHM Wien unter den zahlreichen historischen Exemplaren verborgen und wurde zufällig entdeckt. 

© NHM Wien, N. Akkari

Forschung am Naturhistorisches Museum Wien (NHM)
Im Zuge einer systematischen Untersuchung wurden in einer Kooperation zwischen der Universität Belgrad und dem Naturhistorischen Museum Wien zwei neue Arten der Tausendfüsser-Gattung Haasea entdeckt und erstmals beschrieben.

Die Forsachenden entdeckten während Nachforschungen zwei noch nicht beschriebene Tausenfüssler-Arten aus Österreich und Serbien: Nesrine Akkari (Kuratorin der Sammlung Myriapoda, Naturhistorisches Museum NHM Wien) und Dragan Antić (Universität Belgrad) haben die europäische Tausendfüsser-Gattung Haasea systematisch untersucht.

Eine der neuen Arten, Haasea makarovi, wurde in den letzten Jahren in der Höhle Bezdan, nahe Prijepolje in Serbien gesammelt und nun erstmals beschrieben.

Die andere Art, Haasea gruberi, war in der bereits bestehenden Sammlung des NHM Wien unter den zahlreichen historischen Exemplaren verborgen und wurde zufällig entdeckt. Die wenigen Exemplare der österreichischen Art wurden 1948 von dem Sammler H. Franz am Natterriegel in der Steiermark gesammelt. Da sie damals mit einer anderen bekannten Art verwechselt wurden, blieben sie mehr als 70 Jahre lang in einem Regal der Sammlungen verborgen.

Alle bekannten Arten überarbeitet
Für dieses Forschungsprojekt überarbeiteten die beiden Forschenden alle bekannten Arten dieser Gattung. Tausende von Exemplaren aus den Sammlungen des NHM Wien wurden untersucht, wie auch Referenzmaterial von anderen europäischen Naturkundemuseen (Berlin, Genf, München, Sofia). Die österreichische Art Haasea gruberi ist nach dem NHM-Wien-Wissenschafter Jürgen Gruber benannt, der wertvolle wissenschaftliche Arbeit über österreichische Tausendfüsser leistet.

Dies ist ein Beispiel für sammlungsbasierte Forschung in naturhistorischen Museen und unterstreicht die Bedeutung der wissenschaftlichen Sammlungen als eine Fülle von aktuellen und historischen Informationen für die Wissenschaft.

Die Tausendfüsser-Sammlung des NHM Wien ist eine der grössten und wichtigsten der Welt. Das ist auf die wissenschaftliche Arbeit des Myriapoden-Spezialisten Carl Graf von Attems zurückzuführen, der hier von 1894 bis zu seinem Tod im Jahre 1952 tätig war. Sie umfasst heute etwa 20'000 Objekte mit fast 2000 Typenreihen – ein Typus ist ein Exemplar (oder eine Reihe von Exemplaren), welches dazu dient, die Merkmale einer Art in ihrer originalen Beschreibung zu definieren.

Die meisten Exemplare sind in Glaszylindern gelagert und in 75-prozentigem Ethanol konserviert. Mikropräparate und wenige Trockenpräparate vervollständigen die systematische Sammlung.

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