Mehr Natur auf Berner Fenstersimsen und Balkonen

Wiese in Bern

Bern braucht mehr solche Wiesen, finden die Stadt und der Botanische Garten.

Stadt Bern

Biodiversotät
Ein Insektenhotel hier, eine Nisthilfe für Vögel dort: Die Bernerinnen und Berner sollen mithelfen, dem Verlust der Biodiversität in der Stadt entgegenzuwirken. Jeder, wie er kann – einen Garten braucht es dazu nicht.

Artenvielfalt lasse sich auf jedem Fenstersims, Balkon und auf jeder Aussenfläche fördern, ob auf dem Boden, an Wänden oder auf dem Dach, schreiben die Stadt und der Botanische Garten Bern (BOGA) in einer Mitteilung vom Freitag. 

Zusammen mit weiteren Partnern wollen die beiden Institutionen von Ende April bis Ende Oktober die Bernerinnen und Berner anregen und anleiten, naturnahe Lebensräume anzulegen. 

«Die Biodiversität in der Stadt, die erheblich zur gesamten Biodiversität beiträgt, ist stark unter Druck. Ihre Förderung ist zudem sehr wichtig, weil die meisten Menschen Natur im Alltag vor allem als Stadtnatur erfahren», wird Markus Fischer, Direktor des BOGA, in der Mitteilung zitiert. 

Das Themenjahr «Natur braucht Stadt – Mehr Biodiversität in Bern» bietet eine ganze Palette an Praxishilfen und Aktivitäten an. Dazu gehören etwa Stadtspaziergänge zu naturnahen Lebensräumen, Ausstellungen, Tipps und Tricks für die Umsetzung naturnaher Ideen zu Hause oder ein ausführliches Praxishandbuch. Lanciert wird auch eine Auszeichnung für naturnahe Gärten. 

Mit einer Mitmach-Aktion ruft das Amt für Umweltschutz zudem auf, Balkone mit einheimischen Pflanzen zu begrünen und damit etwas gegen die Auswirkungen des Klimawandels in der Stadt zu tun. Drei Kunstprojekte begleiten das Themenjahr. 

Der BOGA macht mit seinen Ausstellungen, Führungen, Lesungen und weiteren Aktivitäten auf die Gefährdung der Biodiversität aufmerksam, vermittelt ihre wertvolle Bedeutung für den Menschen und zeigt Möglichkeiten der Biodiversitätsförderung auf. 

Bern hat seit 2012 als erste Schweizer Stadt ein Biodiversitätkonzept. Wo es möglich ist, schafft Stadtgrün Bern in den öffentlichen Grünräumen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere und pflegt diese fachgerecht: Neue Wildhecken, neue Teiche, Blumenwiesen oder «wildes Grün» entlang der Strassen sind Beispiele dafür. «Vieles deutet darauf hin, dass sich der Anteil naturnaher Lebensräume in den vergangenen acht Jahren erhöht hat», hält Marieke Kruit fest. Aber: «wir haben das Ziel noch längst nicht erreicht». 

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