Mobilmachung gegen die Delfinjagd

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Blutige Wellen: Malerei gegen die Wal- und Delfinjagd in Japan.
Taymaz Valley/Flickr
Taiji / Färöer-Inseln
Im japanischen Walfangort Taiji hat am Montag die Saison für die Jagd auf Delfine begonnen. Derweil sind auf den Färöer-Inseln Tierschutz-Aktivisten festgenommen worden, die dasselbe verhindern wollten.

In Japan ist seit heute Montag die Jagd auf Delfine offiziell eingeläutet. Wegen schlechten Wetters blieben die Fischerboote jedoch zunächst im Hafen, wie Tierschutzaktivisten vor Ort berichteten. 

Taijis Fischer treiben die Meeressäuger während der Jagden in eine Bucht und sortieren die schönsten Tiere im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aus. Die übrigen werden in einer Nachbarbucht abgeschlachtet. Der Ort war durch den Oscar-gekrönten Dokumentarfilm «Die Bucht» über das Gemetzel zu trauriger Berühmtheit gelangt. Die alljährlich zwischen September und März stattfindende Jagd auf die Delfine stösst auf weltweite Empörung.

Mehr lebend gefangene Delfine
Der Artenschutzorganisation Pro Wildlife zufolge werden immer mehr Delfine und Kleinwale lebend gefangen, um für Tausende Dollar pro Tier in Delfinarien in Japan sowie anderen Ländern wie China, der Türkei, Thailand und Mexiko zu enden.

Die Artenschützer berichteten zum Auftakt der vergangenen Saison aber auch, dass die Zahl der gejagten Delfine und Kleinwale in den zurückliegenden zehn Jahren um 83 Prozent zurückgegangen sei – von 18'369 auf 3104 Tiere. Ein Trend, den die Regierung bestätigte.

Als Grund für den Rückgang führte die Regierung die Tsunami-Katastrophe vom März 2011 an, bei der viele Fischer ihre Boote verloren. Pro Wildlife vermutete dagegen, dass jüngere Japaner um die hohe Belastung des Fleisches der Delfine mit Giftstoffen wie Quecksilber wissen und es kaum noch verzehren.

Ohnehin wird in Japan wenig Wal- und Delfinfleisch gegessen. Dennoch geht die Jagd weiter: Zum einen sehen die Jäger Delfine als Konkurrenten an, da sie Fisch fressen. Zum anderen lockt das Geschäft mit den lebenden Tieren.

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 Die Kundgebung von Samstag in Zürich.
 Bild: zVg 

Kundgebung in Zürich
Eine Kundgebung gegen die Delfin-Treibjagden hat am Samstag auch in der Schweiz stattgefunden. Auf dem Helvetiaplatz in Zürich hat sich eine Gruppe von gut vierzig Menschen zum Protest eingefunden. Laut der Organisatorin der bewilligten Kundgebung, Mirjam de Boni, wurden die Passanten mittels Megafon, Flyern und Plakaten über die Vorgänge in Taiji informiert.

Über 900 Unterschriften gegen die Treibjagd seien von den Aktivisten gesammelt worden. Diese sollen nun an den japanischen Botschafter in Bern gelangen um ihn dazu zu bewegen, «seinen Einfluss geltend zu machen».

Die Aktion sei ein «voller Erfolg» gewesen, sagt de Boni auf Rückfrage von «Tierwelt Online». «Wir konnten darüber aufklären, dass Delfine von Natur aus diesen lächelnden Gesichtsausdruck haben und sie in den Delfin-Shows leiden und nicht lächeln.» Und sie ergänzt: «Alleine das Versprechen von einigen Passanten, nie wieder in eine Delfin-Show zu gehen ist ein grosser Lohn für unsere Mühe.»

14 Aktivisten festgenommen
Nicht nur in Japan werden aktuell Delfine getötet: Auf den zu Dänemark zählenden Färöer-Inseln sind 14 Aktivisten der Tierschutzorganisation Sea Shepherd festgenommen worden, als sie versuchten, die Tötung von 33 Grindwalen zu verhindern.  

Die bis zu acht Meter langen, zu den Delfinen zählenden Grindwale werden mit Booten in eine Bucht getrieben und dort getötet. Nach der Festnahme der Walschützer seien alle 33 Grindwale getötet worden, erklärte Sea Shepherd. Die Tierschutzorganisation betreibt eine weltweite Kampagne gegen die Waljagd, die sie als «brutal und archaisch» bezeichnet.

Die Färöer-Inseln liegen zwischen Island und Schottland. Die Jagd von Walen und Delfinen reicht dort rund tausend Jahre zurück. Laut einer Umfrage sind 77 Prozent der Einwohner für die Beibehaltung dieser Tradition, nur zwölf Prozent dagegen.

Wie Sea Shepherd am Sonntag mitteilte, sind die festgenommenen Aktivisten mittlerweile wieder auf freiem Fuss. Drei Boote der Tierschützer seien allerdings von den Behörden als «Beweismittel» beschlagnahmt worden. Sie sollen erst Ende September wieder an die Aktivisten abgegeben werden, nachdem diese ihre Gerichtsverhandlung hinter sich haben.

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