Rekordjahr für die Pflegestation der Vogelwarte

Junge Amsel

Keiner zu klein, ein Pechvogel zu sein: Besonders häufig päppelte die Pflegestation Jungvögel – hier eine Amsel – auf.

Schweizerisch Vogelwarte

Pechvögel
Rund 1700 verletzte, geschwächte oder verwaiste Vögel hat die Pflegestation der Vogelwarte in Sempach im vergangenen Jahr aufgenommen und gepflegt. Das waren so viele wie noch nie, was auch mit der Corona-Pandemie zusammenhängen dürfte.

Die Pflegestation der Vogelwarte Sempach zieht Bilanz zum Jahresende: Wie die Vogelwarte am Dienstag mitteilte sei 2020 nach 2019 schon das zweite Rekordjahr in Folge. Ein Teil der Zunahme sei darauf zurückzuführen, dass die Aufmerksamkeit der Bevölkerung dieses Jahr «wegen der ungewöhnlichen Bedingungen» höher war. So hätten sich im Frühling, während die Schweiz wegen des Coronavirus im Lockdown verharrte, besonders viele Personen mit Fragen zu Vögeln an die Vogelwarte gewendet. 

Die Hälfte der abgegebenen Vögel waren Jungvögel. Dazu kamen auch zahlreiche verletzte Vögel, die von aufmerksamen Menschen aufgefunden und vorbeigebracht wurden. Die Tiere werden gepflegt und nach ihrer Genesung wieder in die Freiheit entlassen. Manche seien derart schwer verletzt gewesen, dass sie verstarben. Häufige Unfallursache seien Kollisionen mit einer Glasscheibe oder einem Fahrzeug. 

Haussperling und Amsel waren die am häufigsten entgegengenommenen Vogelarten. An dritter Stelle standen Mauersegler. Unter ihnen waren viele Jungvögel, die an heissen Sommertagen auf der Suche nach Abkühlung aus den Brutnischen stürzten. Mauersegler brüten oft direkt unter Hausdächern.

Im Winter sei es ruhig in der Pflegestation. Doch auch jetzt gelte es noch einige gefiederte Patienten gesund zu pflegen, damit man sie im neuen Jahr hoffentlich wieder in die Freiheit entlassen könne.

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