Rückkehr des Fischotters schreitet nur langsam voran

Fischotter schwimmt im Wasser

In den Kantonen Bern und Solothurn konnte sich der Fischotter wie es scheint an einigen Orten etablieren.

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Kartierung
Zum zweiten Mal suchten im letzten Winter Freiwillige in den Kantonen Bern und Solothurn nach Fischottern. Die Ergebnisse dieser «Otterspotter»-Kartierung zeigen: Die Rückkehr erfolgt zögerlich, aber der Fischotter ist da.

Zum zweiten Mal schickten die Stiftung Pro Lutra, der WWF Solothurn und der WWF Bern im Winter 2019/20 37 freiwillige «Otterspotter» los, um Fischotter und deren Spuren zu suchen. Abgesucht wurden dabei 80 Planquadrate à fünf mal fünf Kilometer. Die erste Kartierung fand vor zwei Jahren im Winter 2017/18 statt.

In ihrem neusten Newsletter weist die Stiftung Pro Lutra nun auf die schon im Juli veröffentlichten Ergebnisse der zweiten Kartierung hin. Wie es im Abschlussbericht heisst, fanden die Otterspotterinnen und Otterspotter in sieben Planquadraten Nachweise von Fischottern – vor zwei Jahren waren es noch neun.

Auch scheint sich der Fischotter noch nicht ganz entscheiden zu können, wo er sich niederlassen möchte. In nur vier der sieben Quadrate wurden auch vor zwei Jahren Fischotter festgestellt – drei neue sind hinzugekommen, in den restlichen fünf konnte der scheue Wassermarder dafür nicht mehr nachgewiesen werden.

Neu am Wohlensee
Sicher scheint, so heisst es im Bericht, dass es dem Fischotter am Wohlensee gefällt. Es handelt sich dabei um ein neues Territorium, das er für sich erschlossen hat. Seit August 2019 habe man vom Wohlensee wiederholt gesicherte Meldungen von Fischottern erhalten. Einem Otterspotter gelang während der Kartierung sogar eine Filmaufnahme.

Zwischen Thun und Bern gebe es ein bekanntes Fischottervorkommen. Dieses habe auch 2020 Nachwuchs gehabt. An der Alten Aare dagegen konnte der Fischotter im Gegensatz zur Kartierung 17/18 nicht mehr, beziehungsweise nur noch mit einer sehr alten Losung nachgewiesen werden. Es könne sein, dass dieses Tier inzwischen gestorben sei oder dass es sich um ein Jungtier handelte, das auf der Suche nach einem eigenen Territorium durch die Alte Aare geschwommen war.

Lange Aufzuchtzeit
In der Schweiz ist der Fischotterbestand noch sehr niedrig. Wo die Bestände niedrig seien, erhole sich die Art nur langsam, schreibt Pro Lutra. Gründe dafür sind die lange Aufzuchtzeit der Jungen – sie dauert über ein Jahr – und die hohe Sterblichkeit der Jungtiere. Es sei daher wichtig, zu wissen, wo sich die Tiere aufhalten, denn nur so könne man sie schützen und fördern, aber auch potentielle Konflikte entschärfen. Die nächste Kartierung ist für den Winter 2021/22 geplant.

Der Fischotter wurde in der Schweiz jahrzehntelang wegen seines besonders dichten Fells gejagt. Er galt als Konkurrent der Fischer und ein Gesetz von 1889 förderte seine aktive Ausrottung. 1952 wurde er unter Schutz gestellt – das konnte ihn aber nicht mehr retten. Seit 1989 galt er in der Schweiz als ausgestorben. Seit gut zehn Jahren wird er in der Schweiz immer wieder gesehen. Um sich langfristig etablieren zu können, sind lebendige Gewässer mit gesundem Fischbestand die Hauptvoraussetzung.

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