Schimpansen-Freundschaft geht durch den Magen

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Schimpansen teilen nach der Jagd das Fleisch eines roten Stummelaffen untereinander auf.
© Roman M. Wittig / Taï Chimpanzee Project
Forschung
Teilen Schimpansen ihr Futter mit Artgenossen, produzieren sie Bindungshormone. Das gemeinsame Fressen könnte für soziale Bindungen noch wichtiger sein als gegenseitiges Lausen.

Wenn sie geteilte Nahrung essen, schütten Schimpansen verstärkt Oxytocin aus, wie die Forscher im Budongo-Schutzgebiet in Uganda herausfanden. Beim Menschen ist das Hormon Oxytocin unter anderem für die Festigung der Mutter-Kind-Bindung verantwortlich.

Das Team um Roman Wittig vom Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie hatte 79 Urinproben von 26 freilebenden Schimpansen genommen, die maximal eine Stunde zuvor gefressen hatten. Die Ergebnisse ihrer Studie sind in den «Proceedings B» der britischen Royal Society veröffentlicht.

Höherer Hormonspiegel als beim Lausen

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 Schimpansen teilen sin nach der Jagd die Beute.
 Bild: © Roman M. Wittig / Taï Chimpanzee Project

Demnach ist der Oxytocinspiegel im Urin von Schimpansen, die ihre Nahrung mit Artgenossen geteilt hatten, wesentlich höher als bei Artgenossen in der Gruppe, die nicht geteilt hatten. «Dabei spielte es keine Rolle, wer Futter gegeben und empfangen hat oder ob die Tiere miteinander verwandt waren oder nicht», erklärte Wittig.

Oxytocin schütten die Menschenaffen auch aus, wenn sie sich gegenseitig das Fell pflegen. Nach dem Teilen von Nahrung massen die Wissenschaftler jedoch einen noch höheren Spiegel. «Futter mit anderen zu teilen könnte ein Schlüsselverhalten für den Aufbau sozialer Beziehungen unter Schimpansen sein», sagte Wittig.

Weitere Studien müssten klären, ob auch Menschen beim Teilen ihrer Mahlzeit verstärkt Oxytocin produzieren, schreiben die Forscher.

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