US-Vogelschutz wendet sich an Joe Biden

Kaninchenkäuze

Kaninchenkäuze sind Verwandte «unseres»Steinkauzes. Sie leben aber am Boden und graben Höhlen. Die Audubon Society schätzt, dass sie aufgrund des Klimawandels bis 2080 77 Prozent ihres Lebensraums in den USA verlieren könnten.

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USA
Nachdem der Demokrat Joe Biden als Sieger der US-Präsidentenwahl feststeht, mahnt ihn die Vogelschutzorganisation National Audubon Society: «Es ist Zeit zu handeln.»

Mehr als zwei Drittel aller nordamerikanischen Vogelarten seien durch den Klimawandel bedroht, schreibt David Yarbon, Präsident und CEO der Vogelschutzorganisation National Audubon Society in einer offenen Botschaft an den designierten US-Präsidenten Joe Biden und die anderen Gewinner der Wahlen vom 3. November. «Die Vögel sagen uns: Es gibt keine Zeit zu verlieren. Wir brauchen mutiges, gerechtes und nachhaltiges Handeln gegen den Klimawandel.»

Mit 1,9 Millionen Mitgliedern gehört die National Audubon Society zu den grössten Naturschutzorganisationen der USA. Diesen Einfluss will sie nun gelten machen. Eine Umfrage unter den Mitgliedern habe ergeben, dass 95 Prozent der Mitglieder, auch die Konservative, besorgt sind über den Verlust der Lebensräume der Vögel, Luft- und Wasserverschmutzung, die Torpedierung der Umweltgesetze durch die Trump-Administration sowie Ölbohrungen und Bergbau in Naturschutzgebieten.

Auch Konservative für Umweltschutz
82 Prozent, darunter ebenfalls auch die Mehrheit der Konservativen, machen sich zudem persönlich grosse Sorgen wegen des Klimawandels. Rund 47 Prozent der Mitglieder geben an, konservative Werte zu leben, was zeigt, dass Umweltschutz in allen politischen Lagern ein Anliegen sein kann.

Und genau deshalb brauche es «dauerhafte Lösungen über politische Frontlinien» hinaus, so Yarbon. Es brauche eine widerstandsfähige und inklusive Wirtschaft mit gleichen Chancen für alle und grüneren Jobs. Dafür seien die Audubon-Mitglieder bereit, «ihre Stimmen zu erheben».

Die Erwartungen an Joe Biden, mehr für die Umwelt zu tun, sind gross und kommen nicht nur von der Audubon Society, sondern von vielen anderen NGOs und natürlich auch von seiner Wählerschaft. Der künftige Präsident hat auf jeden Fall schon angekündigt, dem Pariser Klimaschutzabkommen wieder beizutreten. Die von Trump initiierte Kündigung trat erst in der Wahlnacht in Kraft («Tierwelt online» berichtete).

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