Vogelzug am Bildschirm verfolgen

Rauchschwalbe im Flug
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – Dank der Onlineplattform EuroBirdPortal kann jetzt jeder diese Behauptung nachprüfen. So ist dort beispielsweise ersichtlich, dass die ersten Rauchschwalben bereits Anfangs März aus ihren Winterquartieren zurückkehren.
Stefan Brendtsson/CC BY 2.0
30 Millionen Beobachtungen
Möglich macht dies eine neue Datenbank von 21 Ländern. Die Schweizer Vogelwarte spielte beim Projekt eine Vorreiterrolle.

In ganz Europa beobachten zehntausende Ornithologen Vögel und melden ihre Sichtungen an Onlineportale. Die 2013 gestartete Initiative «EuroBirdPortal» hat zum Ziel, diese von Freiwilligen gesammelte Datenmenge zu speichern und übersichtlich darzustellen. Am Freitag wurde das Projekt in Brüssel vorgestellt.

Europaweit werden jährlich 30 Millionen Beobachtungen erfasst. Dank der gesammelten Daten wüssten Forschende in ganz Europa immer besser, wo sich die Zugvögel gerade aufhielten und wo ihre wichtigen Rast- und Überwinterungsgebiete lägen, heisst es in einer Mitteilung der Vogelwarte Sempach vom Freitag.

Auf EuroBirdPortal können Besucher im Zeitraffer die Vogelzüge von vorerst 15 Arten im Jahresverlauf beobachten oder mit dem Temperaturverlauf auf dem Kontinent vergleichen. Heimzug und Wegflug der Zugvögel können praktisch in Echtzeit mitverfolgt werden.

Beobachtungen im grösseren Zusammenhang sehen
Dank dem Projekt sei künftig frühzeitig erkennbar, wenn nordische Arten wie der Raufussbussard oder der Seidenschwanz eine Invasion nach Mitteleuropa machten, schreibt die Vogelwarte. Damit hätten die freiwilligen Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre eigenen Beobachtungen in einem grösseren Zusammenhang zu sehen.

In der Schweiz melden rund 2000 Ornithologinnen und Ornithologen ihre Beobachtungen seit 2007 regelmässig auf dem von der Vogelwarte betriebenen Portal Ornitho.ch. Dort sind jährlich rund 1,4 Millionen Vogelbeobachtungen registriert. Die Meldeplattform der Schweiz wurde laut Vogelwarte von allen Nachbarländern übernommen. Europaweit sind über 100'000 freiwillige Vogelbeobachter im Einsatz. 

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Während der Hausrotschwanz (linke Karte) Mitte März bereits aus den Winterquartieren zurück ist, hat sein engster Verwandter,
der Gartenrotschwanz (Karte rechts) erst die Mittelmeerküste erreicht.

Bild: Vogelwarte Sempach/Screenshot EuroBirdPortal

 

 

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