Wie Hurrikane bei Delfinen eine tödliche Hautkrankheit auslösen

Delfine springen aus Wasser

Eine tödliche Hautkrankheit, die nach schweren Wirbelstürmen auftritt, bedroht die Delfine in der tropischen Zone.

Willyam Bradberry/Shutterstock.com
Neue Krankheit
Nach dem Hurrikan Katrina von 2005 tauchte zum ersten mal eine neue, für Delfine tödliche Hautkrankheit auf. Nun haben Forschende herausgefunden, wie das zusammenhängt – und was das Ganze mit dem Klimawandel zu tun hat.

Als 2005 der Hurrikan Katrina über New Orleans hinweg fegte, hinterliess er riesigen Schaden und grosses menschliches Leid. Er brachte aber auch für die Tierwelt viel Ungemach mit sich – und eine unerwartete neue Delfinkrankheit.

Diese sorgt bei Delfinen für Entzündungen, Geschwülste und Läsionen auf bis zu 70 Prozent der Haut. In den Wunden siedeln sich dann Bakterien, Pilze und Algen an. Die Krankheit endet für die Meeressäuger tödlich – und tritt nur nach besonders schweren Stürmen auf.

Forschende vom Marine Mammal Center im kalifornischen Sausalito haben in Zusammenarbeit mit australischen Kollegen nun herausgefunden, dass die starken Regenfälle, die diese Stürme mit sich bringen, den Salzgehalt der Küstengewässer «abrupt und markant senken», wie sie im Fachmagazin «Scientific Reports» berichten.

Krank durch Süsswasser
Die darauffolgende Hyposalinität bliebe noch Wochen oder sogar Monate bestehen – sehr zum Leid der Delfine, die davon krank werden. Demensprechend erhielt die Krankheit den Namen «Süsswasser-Hautkrankheit».

Dass sie noch zu einem grösseren Problem für die Delfine werden könnte, davon sind die Studienautoren überzeugt. Denn als Folge des Klimawandels werden besonders heftige Tropenstürme wie Katrina oder Harvey aus dem Jahr 2017 immer häufiger. «Wir sind zwar froh, nun endlich zu wissen, weshalb die Delfine sterben», sagt Erstautor und Chef-Pathologe am Marine Mammal Center Pádraig Duignan in einer Medienmitteilung. «Aber mit einer Rekord-Hurrikansaison dieses Jahr im Gold von Mexiko und immer intensiveren Sturmsystemen weltweit, wird es mit grosser Sicherheit noch mehr solche verheerenden Ausbrüche der Krankheit geben.»

Die Forschenden hoffen nun, dass ihre Studie zum Anlass genommen wird, den Klimawandel stärker zu bekämpfen.

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