Wisentbaby in der Waadt geboren

Wisente

Schutz der Wisente: Dank den seit den 1920er Jahren ergriffenen Schutzmassnahmen und Zuchtprogrammen leben heute etwa 6000 Tiere in Freiheit oder Halbfreiheit in Europa. 

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Erfolg für Arterhaltung
Ein seltenes Wisentkalb ist Montag in einem Wald im Waadtland in Halbfreiheit geboren worden. In Suchy, im Norden des Kantons, wurde im vergangenen November die erste Zuchtstation für die bedrohte Rinderart in der Schweiz eröffnet.

Das rund 25 Kilo schwere Wisent-Weibchen erhielt den Namen Sultana. Das Kalb und seine Mutter, die bereits trächtig war, als sie in Suchy ankam, seien bei bester Gesundheit, sagte der Förster und Projektinitiator Michel Mercier am Mittwoch der Nachrichtenagentur «Keystone-SDA». Er bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung «24 heures».


Fünf aus Polen stammende Wisente – vier Kühe und ein Bulle – wurden im vergangenen Herbst in einem 50 Hektar grossen Gehege im Wald von Suchy ausgesetzt und leben seither dort in Halbfreiheit. Die Herde wird laut Mercier in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter
wachsen. Das Gehege biete Platz für etwa 12 und 15 Tiere.

Grösstes Landsäugetier Europas
Der Wisent oder Europäische Bison ist das grösste Landsäugetier Europas. Die Pflanzenfresser werden bis zu drei Meter lang und haben eine Schulterhöhe von bis zu 1,95 Meter. Bullen werden bis zu 900 Kilo schwer. Im Vergleich zu ihren amerikanischen Vettern wirken die Bisons schlanker und hochbeiniger.

Die Wiederkäuer kamen noch bis ins frühe Mittelalter zahlreich in den Urwäldern West-, Zentral- und Südosteuropas vor. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Rinderart in freier Wildbahn ausgestorben.

Dank den seit den 1920er Jahren ergriffenen Schutzmassnahmen und Zuchtprogrammen leben heute etwa 6000 Tiere in Freiheit oder
Halbfreiheit in Europa. Die grösste frei lebende Population, etwa 1200 Tiere, lebt im Urwald von Bialowieza in Polen. In Suchy befindet sich die erste Zuchtstation für Wisente in der Schweiz, die zur Arterhaltung beiträgt.

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