Zu viel Beifang und Delfinsterben in Europa

Delfin im Ozean

In der EU landen zu viele Delfine als Beifang in den Netzen.

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Fischerei
Während die EU-Kommission hat den Beifang von Delfinen und anderen Meerestieren beim Fischfang in europäischen Gewässern kritisiert, werden in Frankreich Hunderte tote Delfine an die Küste gespült. Viele weisen Spuren von Fanggeräten auf.

«Die Höhe der Beifänge (...) ist nicht akzeptabel und kann zum Aussterben lokaler Populationen geschützter Arten führen», erklärte EU-Fischereikommissar Virginijus Sinkevicius am Dienstag. Er habe sich an die Fischereiminister der Mitgliedstaaten gewandt, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Demnach würden besonders vor den Atlantikküsten Spaniens und Frankreichs, in der irischen See sowie in der Ostsee viele Meeressäuger versehentlich Opfer der Fischerei.

Von Dezember 2018 bis März 2019 seien 1200 tote Delfine an die Strände des Golfs von Biskaya gespült worden, erklärte der Litauer. «Die meisten dieser Delfine wiesen Spuren von Fischfanggeräten auf und starben vermutlich in Fischernetzen.» Er fuhr fot: «In der Ostsee ist die ohnehin schon kleine Teilpopulation von Schweinswalen durch Stell- und Kiemennetze zusätzlich gefährdet.» Dies seien lediglich die eklatantesten Beispiele, «das Problem besteht prinzipiell in allen Meeren der EU».

Delfinsterben in Frankreich
In Frankreich sind derweil an der Atlantikküste seit Jahresbeginn Hunderte tote Delfine sind seit Jahresbeginn angespült worden. Die Beobachtungsstelle Pelagis zählte bis zum vergangenen Wochenende rund 670 tote Tiere an den Stränden. Da seien mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr, hiess es. Bereits im vergangenen Winter hatte die Zahl der tot angespülten Delfine Rekordwerte erreicht und für Bestürzung gesorgt. Am stärksten betroffen seien in diesem Jahr die Küsten des Golfs von Biskaya – insbesondere die Departements Vendée und Bretagne, so der Wissenschaftler Matthieu Authier von der Universität La Rochelle, der auch für Pelagis tätig ist.

An vielen der Tiere seien Spuren von Fanggeräten sichtbar. Sie seien höchstwahrscheinlich Beifang von Fischern gewesen, so Pelagis. Die Wissenschaftler geben zu Bedenken, dass ein Grossteil der getöteten Tiere gar nicht an Land gespült wird, sondern auf den Meeresgrund sinkt – die Zahl der toten Delfine also noch weitaus grösser sein dürfte. Schätzungen zufolge sind im Jahr 2019 mehr als 11'000 Delfine vor Frankreichs Küsten gestorben. Wissenschaftler und Tierschutzverbände machen zu engmaschige Netze von Fischern für den Tod der Delfine verantwortlich.

«Skandalöse Haltung»
Die Tierschützer der Organisation Sea Shepherd werfen den Fischereiverbänden eine «skandalöse Haltung» vor, die den gesamten Berufsstand beflecke, wie es etwa in einer Mitteilung heisst. Der Präsident des Fischereiausschusses der Bretagne kritisiert hingegen die Tierschützer. Diese würden nachts stundenlang die Fischer bei der Arbeit filmen, sagte Olivier le Nezet jüngst dem Sender France Bleu. Das sei «Schikane».

Frankreichs Regierung hatte zuletzt einen Plan zum Schutz der Delfine verabschiedet. Seit 2020 sind sogenannte Pinger während der Hauptsaison im Winter für bestimmte Fischdampfer Pflicht. Diese kleinen Geräte geben akustische Signale ab und sollen Delfine von den Netzen vertreiben. Frankreich verhandelt mit Brüssel, um sicherzustellen, dass die Massnahme für alle Schiffe gilt, sowohl für französische als auch für ausländische.

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