Wenn ich sehe, mit wie viel Begeisterung meine Tauben baden, dann will ich ihnen dieses Vergnügen so oft wie möglich bieten. Ich gebe meinen Tauben deshalb in der Regel zweimal wöchentlich ein Bad, das sie ausgiebig nutzen – selbst in der kalten Jahreszeit. Die üblichen Badewannen haben ein Fassungsvermögen von 10 bis 20 Liter. Bei mehreren Taubenschlägen kommen da bald grosse Wassermengen und damit ein nicht unerhebliches Gewicht zusammen. Für einen gesunden Menschen ist das Wasserschleppen kein Problem, und ehrlich gesagt, habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht. Ich trug die Giesskannen mit dem Wasser einfach zu den Tauben.

Ein Bandscheibenvorfall mit anschliessender Operation machte von einem Tag auf den anderen alles anders. Auf einmal wurde mir von ärztlicher Seite klargemacht, dass ich nicht mehr als fünf Kilogramm aufs Mal tragen darf. Damit wurden selbst kleinste Arbeiten unmöglich gemacht. Ich musste also irgendwie eine Lösung finden, um mir die Arbeiten zu erleichtern und den Tauben ihren Badegenuss weiterhin zu ermöglichen.

Am Anfang habe ich jedes Mal den Gartenschlauch ausgerollt und damit die Badewannen gefüllt. Das war zwar eine Lösung, hatte aber den Nachteil, dass der Schlauch zunächst abgewickelt und dann wieder aufgerollt werden musste. Eine Alternative wäre es gewesen, direkt in die Volieren eine Wasserleitung zu legen. Das wiederum wäre nur mit grossem Aufwand möglich gewesen, sodass auch dies nicht in Frage kam.

Das System mit dem Klick
Warum nicht die beiden Möglichkeiten kombinieren und damit Erleichterung schaffen? Also habe ich mir zusätzlichen Schlauch und Schlauchverbinder besorgt. Durch ein Stecksystem funktioniert das problemlos und mit einer abriegelbaren Verteileinrichtung können nun mehrere Volieren mit nur einem Anschluss versorgt werden. Diesen habe ich in der Nähe zum Wasseranschluss des Hauses gelegt. Um dem Schlauch mehr Schutz zu geben und ihn biegen zu können, ohne dass er einknickt, habe ich ihn durch Kunststoffrohre geschoben, wie sie bei Elektroinstallationen verwendet werden. Diese habe ich mit Rohrhaltern einfach an der Holzkonstruktion der Voliere befestigt.

Ich habe es nun so gemacht, dass eine Schlauchleitung immer für zwei Volieren genutzt wird. Am Ende des Schlauches habe ich einen einfachen Auslaufhahn – ebenfalls mit Stecksystem – angebracht, der sich abstellen lässt. Daran klicke ich dann einfach einen Schlauch und kann damit die Badewannen füllen. Am Ende dieses Schlauchstücks habe ich keinen Auslauf montiert. So entleert es sich einerseits vollständig und ermöglicht auch, eine grössere Menge Wasser auf einmal rauszulassen.

Um also nun die Badewannen zu füllen, verbinde ich mit einem kurzen Schlauchstück den Wasserhahn zum Verteiler und öffne ihn. Mit dem Einflussschlauch gehe ich nun direkt in die Voliere, schliesse ihn an, öffne den Hahn und lasse das Wasser in die Badewanne laufen.

Das ist eine ungeheuer einfache Methode, die ich nicht mehr missen möchte, selbst wenn ich in der Lage wäre, grössere Gewichte zu tragen. Diese für mich so praktikable Lösung haben sich in der Zwischenzeit auch andere Züchtern abgeschaut. Selbst wer nur eine einzige Voliere beschicken muss, sollte sich überlegen, diesen Weg einzuschlagen. Zumal der Aufwand zur Realisierung gering ist. Welche Erleichterung es mit sich bringt, wird man erst danach erfahren.