Der «Dawn Chorus» singt wieder

Mönchsgrasmücke singt auf Zweig sitzend

Die Mönchsgrasmücke ist ein häufiger Gartenvogel und entzückt mit ihrem lauten und vielseitigen Gesang.

Andrew M. Allport/Shutterstock.com

Morgenchor
Das Citizen-Science-Projekt «Dawn Chorus» forderte im Mai 2020 Hobbyforscherinnen aus aller Welt dazu auf, während der Stille des Lockdowns das morgendliche Vogelkonzert aufzunehmen. Nun geht das Projekt in die zweite Runde – dieses Mal mit einer App.

Frühling 2020. Zahlreiche Länder befinden sich im ersten Lockdown. Und vielen fällt auf: Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens und der fehlenden Menschen auf den Strassen hört man die Vögel singen – und zwar viel lauter als zuvor.

Diesen Umstand wollten das Biotopa-Naturkundemuseum Bayern in München, die Stiftung Nantesbuch für Kunst und Natur und das Max-Planck-Institut ausnutzen. Die drei Institutionen starteten das Projekt «Dawn Chorus», bei dem Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler aus der ganzen Welt dazu aufgefordert wurden, morgendliche Vogelkonzerte aufzunehmen und hochzuladen («Tierwelt online» berichtete).

Wie auf der Seite des Projekts zu lesen ist, wurden im Mai 2020 3500 Vogelchöre aus 50 verschiedenen Ländern hochgeladen. 80 Prozent der Aufnahmen kamen aus Deutschland, 5 Prozent aus den USA und 3,4 Prozent aus Grossbritannien. Wissenschaftlerinnen und Künstler sind schon fleissig daran, die Daten auszuwerten und für diverse Projekte zu nutzen. Den Künstlern sei vor allem daran gelegen, die Natur spür- und erfahrbar zu machen.

Hochladen mit App
Um allerdings Vergleiche ziehen und Fragen beantworten zu können, braucht es natürlich auch Daten aus Jahren, in denen kein oder nur ein unvollständiger Lockdown herrscht. Deshalb bitten die Initianten von «Dawn Chorus» nun erneut darum, bis am 31. Mai 2021 Vogelstimmen hochzuladen. Wer 2020 schon mitgemacht hat, soll möglichst an den gleichen Ort zurückkehren, an dem er oder sie damals schon Aufnahmen gefertigt hat.

Damit das alles noch einfacher geht, gibt es neu auch eine App, die sowohl für iPhones als auch für Android-Geräte erhältlich ist. Laut den Entwicklern sorgt die App dafür, dass die Audiodateien in bester Qualität in die wissenschaftliche Datensammlung eingehen. Ab Mitte Mai soll zudem ein «Kunst-Feature» verfügbar sein, mit dem man seine eigenen «Medienkunstwerke» gestalten kann.

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