Diese Woche schlägt die «Stunde der Gartenvögel»

Kleiber auf Holz

Der Kleiber kann im Wald, aber auch im Siedlungsraum gesichtet werden. Er ist der einzige Vogel, der kopfüber den Baum herunterlaufen kann.

Michael Gerber

Vogelzählung
Wie jedes Jahr ruft BirdLife Schweiz auch in diesem Frühling dazu auf, eine Stunde lang die Vögel ums Haus oder in einem Park zu beobachten – und zwar während der «Stunde der Gartenvögel» vom 5. bis 9. Mai.

Welche Vögel brüten im Siedlungsraum? Und welche kommen dabei am häufigsten vor? Um diese und andere Fragen zu beantworten zählt BirdLife Schweiz seit Jahren auf die Mithilfe der Bevölkerung. Während der alljährlichen «Stunde der Gartenvögel» beobachtet diese die Vögel im Garten, im Park, auf dem Balkon und gibt die Ergebnisse an BirdLife weiter.

Dieses Jahr ist es vom 5. bis 9. Mai wieder so weit. Wie BirdLife Schweiz in einer Medienmitteilung schreibt, sei der frühe Morgen besonders gut geeignet, Vögel zu beobachten, da diese dann besonders aktiv sind. Aber auch zu jeder anderen Tageszeit freuen sich die Vogelschützenden über Eingänge.

«Die 15 Arten im Garten können alle bestimmen»

Nachgefragt bei Stefan Bachmann, Medienverantwortlicher BirdLife Schweiz

Herr Bachmann, was ist die Idee dahinter, eine Stunde lang Vögel zu zählen?
Wir hoffen, dass möglichst viele Leute mitmachen, um herauszufinden, wie es den Vögeln des Siedlungsraums geht. Fast wichtiger ist für uns aber, die Menschen für die Vögel rund ums Haus und die Förderung der Natur in ihrem Umfeld zu sensibilisieren.

Was braucht es, um mitzumachen?
Eigentlich muss man nur eine Stunde in den Garten, auf den Balkon oder in einen Park sitzen und auf unserem Formular alle Vögel notieren, die man sieht oder hört.

Aber im Wald geht nicht?
Nein, es geht uns wirklich um die Vögel im Siedlungsraum. Beobachtungen im Wald würden das Ergebnis verfälschen.

Und wer sich nicht mit Vögeln auskennt?
Im Garten gibt es um die 15 Arten, die häufig vorkommen. Sie sind relativ einfach zu bestimmen, wenn man sich etwas Zeit nimmt.

Was passiert mit den Zahlen?
Wir werten sie jedes Jahr aus. Damit konnten wir zum Beispiel klar zeigen, dass die Artenvielfalt in sterilen Gärten mit Einheitsrasen und exotischen Pflanzen kleiner ist als in naturnahen Gärten.

An welchen Vögeln sind Sie dieses Jahr besonders interessiert? 
Da gibt es mehrere spannende Arten. Etwa die Amsel oder der Grünfink, die immer mal wieder mit Krankheiten kämpfen. 

Interview: Matthias Gräub

Amsel und Spatz auf Platz eins
Dazu setzt man sich einfach eine Stunde lang hin und notiert sämtliche Vogelarten, die man hört oder sieht und die jeweilige Anzahl von Tieren einer Art. Auch Vögel, die übers Haus fliegen oder im Nachbarsgarten singen, dürfen mitgezählt werden. Die Ergebnisse melden kann man bei www.birdlife.ch/gartenvoegel. Unter allen Teilnehmenden wird ein Feldstecher verlost.

Damit Sie unsere Gartenvögel auch erkennen, haben wir hier eine kleine Starthilfe verfasst. In den letzten Jahren war stets die Amsel der häufigste Gartenvogel, 2020 teilte sie sich den ersten Platz mit dem Hausspatz. Besonders viele verschiedene Vogelarten werden jeweils in naturnahen Gärten beobachtet.

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