Aquarienfische sterben wegen falscher Haltung

Zierfische im Aquarium

Zierfischen merkt man meist nicht an, wenn sie leiden.

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Kampagne des Bundes
Viele Aquarienfische sterben schon bald nach ihrem Kauf, und vielen Interessierten fehlt vor der Anschaffung eines Aquariums das notwendige Fachwissen. Diesem Missstand begegnet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) nun mit einer Kampagne.

Mit drei Millionen Exemplaren gehören Aquarienfische zu den beliebtesten Heimtieren in Schweizer Haushalten, wie das BLV in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Denn mit ihren oft schillernden Farben seien sie ein Blickfang.

Dennoch: «Aquarienfische sind keine Deko-Objekte», warnt das Bundesamt in einer Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz STS, fair-fish, der Fachstelle Fischwissen, dem Verband Zoologischer Fachgeschäfte der Schweiz VZFS sowie dem Schweizerischen Dachverband der Aquarien- und Terrarienvereine SDAT.

«Wir gehen davon aus, dass ein beträchtlicher Teil der Spontankäufer mit der Pflege eines Aquariums überfordert ist», wird Kaspar Jörger, Abteilungsleiter Tierschutz beim BLV, in der Mitteilung zitiert. Viele der spontan gekauften Fische würden bereits in den ersten Monaten sterben. Bei richtiger Haltung könnten manche Arten jedoch weit über zehn Jahre alt werden.

Aquarienfische sind laut BLV empfindsame Wesen, verfügen über soziale Intelligenz und sind lernfähig. Sie artgerecht zu halten, sei anspruchsvoll: Es brauche viel Wissen rund um artspezifische Bedürfnisse, Wasserqualität, Aquariengrösse und -einrichtung, Fütterung und Vergesellschaftung.

Fehlendes Fachwissen
Und es gebe hunderte unterschiedlicher Arten von Aquarienfischen. Wenn Fachwissen und Erfahrung fehlen, leiden die Tiere und sterben einen verfrühten, grausamen Tod, warnt das BLV. Denn unerfahrene Fischhalter könnten das Leiden der Fische oft nur schwer erkennen.

Der Kauf von Aquarienfischen müsse gut überlegt und geplant sein, von einem Spontanentscheid wird abgeraten. Vor dem Kauf sollen sich zukünftige Tierhalter umfassend über die Ansprüche der gewünschten Fische informieren. Das Aquarium sollte zudem möglichst gross bemessen sein. Gemeinsam gehalten werden sollten nur Fische mit gleichen Ansprüchen an die Wasserqualität und nie mehr als zwei oder drei Arten zusammen.

Wer seine Aquarienfische nicht mehr artgerecht halten könne oder wolle, solle sie in eine Fischauffangstation bringen, rät das Bundesamt in seiner Kampagne, etwa zu AquaLuz in Sursee. AquaLuz arbeitet mit dem Schweizer Tierschutz STS zusammen und hat im Jahr 2020 rund 17'000 Aquarienfische aufgenommen und gepflegt. Für 11'000 Tiere konnten neue Halter gefunden werden.

Die Kampagne zur tiergerechten Haltung von Fischen und zu Aquarien verweist für weitere Informationen auf die Webseite www.aquarienfisch.ch und gibt Handlungsempfehlungen.

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