Corona-Fragen zu Haus- und Nutztieren auf einen Blick

Frau mit Hund und Schutzmaske

Wir haben die wichtigsten Fragen zum Umgang mit dem Coronavirus und Tieren zusammengetragen.

Soloviova Liudmyla/Shutterstock.com

FAQ
Hände waschen, Abstand halten, zu Hause bleiben: Wie wir mit unseren Mitmenschen während der Corona-Krise umgehen müssen, wissen wir mittlerweile. Doch was ist mit unseren Haus- und Nutztieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Haustiere

Kann sich mein Haustier mit dem Coronavirus anstecken?
Zurzeit gibt es zu dieser Frage keine vollständigen Informationen. Wissenschaftler schätzen das Risiko aber als sehr gering ein. Wenn ein Haustier zusammen mit einer am Coronavirus erkrankten Person in derselben Wohnung lebt, kann es sich möglicherweise mit dem Virus anstecken oder kontaminiert werden, wie vor ein paar Tagen ein Fall in Belgien zeigte.
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Wie soll ich mich als gesunder Hundehalter verhalten, wenn kein Verdacht auf eine Ansteckung besteht?
Sie wenden beim Umgang mit Ihrem Tier die üblichen Hygienemassnahmen an. Kontakte der Tierhaltenden mit anderen Menschen sind zu vermeiden. Kontakte zwischen Hunden sind nach aktuellem Wissenstand unproblematisch. Tierhalter, die zu den Risikogruppen gehören (über 65 Jahre, mit Vorerkrankungen), sollten Hunde nur angeleint an die frische Luft führen, um Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden.
Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)

Wie soll ich mich als Tierhalter verhalten, der wegen des Coronavirus isoliert zu Hause ist?
Sie müssen den Kontakt zu ihren Haustieren möglichst vermeiden. Eine gesunde Person soll Ihre Tiere betreuen. Müssen Hunde nach draussen, dann nur angeleint und für kurze Zeit. Für alle gilt: Hände waschen nach dem Kontakt mit einem Tier.
Quelle: BAG

Was mache ich mit meinem Tier, wenn ich wegen Corona ins Spital muss?
Private Betreuung organisieren, wenn nicht möglich, Tierheim anfragen.
Quelle: BLV

Muss ich mein Tier gegen Coronaviren impfen?
Nein, gegen Covid-19 gibt es gegenwärtig keinen Impfstoff.
Quelle: Tierspital, Universität Zürich (UZH)

Ich möchte einen Hund aufnehmen, um weniger einsam zu sein. Wo bekomme ich einen?
Tierheime müssen ihre Tore für Besucher schliessen und dürfen keine Tiere mehr zur Probe abgeben. Die meisten Heime werden ihre Tiere nicht an unbekannte Interessenten abgeben, es wird also nicht zu einem «Ausverkauf» in Schweizer Tierheimen kommen. Erlaubt ist es, von Privatpersonen (zum Beispiel über die Kleininserate in der «Tierwelt») Tiere zu kaufen oder aufzunehmen. Bei der Übergabe muss aber gerade beim Handel von Tieren besonders gut auf die Hygienevorschriften geachtet werden, weil hier ein Versand per Post nicht möglich ist.
Quelle: BLV

Darf ich noch in die Hundeschule?
Nein, Hundeschulen sind derzeit verboten, auch im Einzelunterricht. Dasselbe gilt für die obligatorischen Hundekurse. Die Fristen werden durch die kantonalen Veterinärdienste verlängert. Einzeltrainings mit verhaltensauffälligen Hunden sind auf Anordnung des Veterinärdienstes ausnahmsweise erlaubt. Ebenso Einzeltrainings mit Junghunden, auf Empfehlung des Tierarztes, falls nicht aufschiebbar zwecks richtiger Sozialisierung.
Quelle: BLV

Kann ich mit meinen Tieren noch zum Tierarzt?
Ja. Tierarztpraxen sind für die Grundversorgung geöffnet. Sie dürfen aber nur dringliche Eingriffe und Therapien vornehmen. Das sind Behandlungen, die mit Blick auf das Tierwohl (notwendige Impfungen) oder aus anderen zwingenden Gründen nicht hinausgeschoben werden können (z.B. Kastration bei Freigängerkatzen)

Welche Hygienemassnahmen soll ich im Umgang mit meinen Haustieren anwenden?
- Nach Kontakt mit dem Tier Hände gründlich waschen oder desinfizieren.
- Haustiere nicht im Schlafzimmer oder in den Betten der Familie übernachten lassen.
- Kein «Maul-zu-Mund»-Kontakt mit dem Tier; Ablecken des Gesichtes und der Hände durch das Haustier nicht zulassen. Falls dies doch passiert ist, betroffene Stellen gründlich waschen.
- Liegeplätze von Haustieren sauber halten und Fressnäpfe regelmässig reinigen, am besten in der Abwaschmaschine; Spielzeug etc. regelmässig reinigen.
Quelle: Tierspital, UZH

Nutztiere und Landwirtschaft

Darf ich mein Pferd noch ausreiten?
Ja. Das Ausreiten der Pferde ist aus Tierwohlgründen zur Sicherstellung einer ausreichenden Bewegung der Pferde erlaubt. Pferde sind grundsätzlich möglichst vor Ort auszureiten, unnötige Transporte sind zu vermeiden. Ausritte sollen möglichst alleine stattfinden. Bei der Benutzung von Reitplätzen und Reithallen ist die Anzahl der Reiter, welche die Halle gleichzeitig benutzen, auf das Minimum zu beschränken.
Quelle: BLV

Mein Pferd steht in einem Pensionsstall. Darf ich noch zu ihm?
Ja. Die Pferde müssen gemäss Tierschutzgesetzgebung bewegt werden. Der Pferdebesitzer oder eine Reitbeteiligung hat zu diesem Zweck jederzeit Zutritt zum Stall.
Quelle: BLV

Darf der Hufschmied noch zu meinen Pferden kommen?
Ja. Betriebsbesuche durch Hufschmiede, Klauenpflegerinnen und Besamungstechniker am Standort des Tieres sind zulässig.
Quelle: BLV

Ich bin Landwirt in Quarantäne. Darf ich noch zu meinen Tieren schauen?
Grundsätzlich sollten Personen in Selbst-Quarantäne oder Selbst-Isolation zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Personen und Tieren möglichst meiden. Die Versorgung der Tiere muss aber gewährleistet sein. Nutztiere auf dem Betrieb sollten wenn möglich durch eine andere Person betreut werden. Wenn nicht anders möglich sollte der Kontakt auf ein Minimum beschränkt werden.
Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)

Ich kann die Vorschriften für Direktzahlungen nicht mehr einhalten. Bekomme ich trotzdem noch Geld?
Ja. Wenn die Behörden Massnahmen anordnen und in der Folge bestimmte Vorschriften der Direktzahlungen von den Bauern und Bäuerinnen nicht mehr eingehalten werden können, so werden trotzdem alle Direktzahlungen ausgerichtet.
Quelle: BLW

Darf ich den Schafscherer noch auf meinen Hof kommen lassen?
Ja, solange nur die betriebseigenen Schafe geschoren werden. Veranstaltungen, an denen Schafe aus unterschiedlichen Betrieben geschoren werden, sind verboten.
Quelle: BLV

Gibt es Einschränkungen in der Feldarbeit?
Grundsätzlich sind Feldarbeiten weiterhin möglich. Es gelten die Empfehlungen des Bundes betreffend Hygiene und soziale Distanz.
Quelle: BLW

Dürfen Selbstpflück-Blumenfelder weiterhin betrieben werden?
Nein. Sie dienen nicht der Deckung des alltäglichen Lebensbedarfs und werden nicht zwingend benötigt. Entsprechend sind solche Felder zu schliessen. Selbstpflückfelder von Lebensmitteln wie Erdbeeren sind erlaubt.
Quelle: Schweizer Bauernverband (SBV)

Wildtiere

Es heisst, das Coronavirus stamme von Fledermäusen. Kann ich mich anstecken, wenn ich einer einheimischen Fledermaus zu nahe komme?
Tatsächlich stammt das Covid19-Virus mit grosser Wahrscheinlichkeit ursprünglich von einer asiatischen Fledermaus. Es gibt bislang aber keine Nachweise dieses Virus bei einheimischen Fledermäusen. Trotzdem sollte man Fledermäuse, wie alle Wildtiere, möglichst in Frieden lassen. Wenn man sie anfassen muss, sollte man dies nie mit blossen Händen tun, sondern immer mit Handschuhen. Erstens haben die Tiere scharfe Zähne. Zweitens können sie in seltenen Fällen Tollwut auf den Menschen übertragen. Und drittens besteht die (geringe) Möglichkeit, dass ein Mensch das Coronavirus auf einheimische Fledermäuse überträgt. Deshalb sollten kranke Personen von Fledermäusen Abstand halten.

Verhungern nun in den Städten Schwäne, Enten, Füchse oder Tauben, weil niemand mehr sie füttern kann und alle Restaurants geschlossen sind?
Tiere, die von menschlichen Essensresten profitieren, müssen sich auf die neue Situation einstellen. Es gibt in den Städten und in der freien Natur aber immer noch genügend Nahrung für sie – sie extra zu füttern ist nicht nötig. Bei den Tauben ist füttern sogar eine sehr schlechte Idee, da die Tauben dann zu brüten beginnen. Die Jungen würden aber wiederum nichts zu fressen finden und sterben.

Garten

Ich möchte in die Gartensaison starten. Wo bekomme ich Setzlinge?
Blumen, Samen und Setzlinge dürfen zurzeit in Läden nicht verkauft werden. Sowohl Grossverteiler als auch Gärtnereien bieten Pflanzen in ihren Onlineshops oder per Telefonbestellung an. Die Lieferzeiten können aber länger als gewohnt sein. Ebenfalls erlaubt ist ein «Take-Away»-Service, bei dem Saatgut und Setzlinge vorbestellt und abgeholt werden können. Schweizweit bietet dies beispielsweise die Landi an.
Quellen: SBV, Landi

Die wichtigsten Links

Bundesamt für Gesundheit BAG:
www.bag.admin.ch

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV:
www.blv.admin.ch -> häufige Fragen zum Coronavirus

Bundesamt für Landwirtschaft BLW:
www.blw.admin.ch -> FAQ für die Landwirtschaft

Schweizer Bauernverband:
www.sbv-usp.ch/de/coronavirus-und-landwirtschaft

Autor

Matthias Gräub

Matthias Gräub

Matthias Gräub kümmert sich bei der «Tierwelt» um die Porträts. Weil er dort mehr mit Menschen als mit Tieren zu tun hat, kompensiert er seinen Tierlidrang mit Zoobesuchen, Waldspaziergängen und Wanderungen in der Natur. Könnte er auswählen, bestünden seine Berner Stadtmusikanten aus Alpaka, Luchs, Laufente und Nacktmull. Das gäb ein Konzert!

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