«Gute Besserung, Fido!»

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Für Haustiere gibt es nun auch «Gute-Besserungs-Karten». Ob`s nötig ist?
© mannhick.ch
Alles, was das Tier nicht braucht
Natürlich, Haustiere gehören zur Familie. Und klar ist der Hund der beste Freund des Menschen. Doch nun gibt es sogar Glückwunschkarten für Bello & Co. «Tierwelt» findet: Man kann’s auch übertreiben.

Glückwunschkarten gibt es in jeder Papeterie, zu jedem Anlass. Geburtstag, Hochzeit, Spitalaufenthalt, Tod, nichts, wozu wir nicht das passende Kärtchen zum Gratulieren, Aufmuntern und Kondolieren finden. Nicht selten sind auf solchen Karten auch Tiere abgebildet, denen ein frecher Spruch oder ein weises Zitat ins Maul gelegt wird.  

Auch Tiere sollen Karten kriegen
Dies hat Natalia Hickman, Journalistin aus der Romandie dazu inspiriert, für ihr Internetgeschäft «Mannhick» Glückwunschkarten, explizit für Tiere, zu kreieren. Selber Besitzerin von mehreren Katzen, findet sie es wichtig, eine Möglichkeit zu haben, Tierbesitzern ihr Mitgefühl ausdrücken zu können, wenn deren Büsi krank ist oder der Hund in der Halskrause steckt.  

Auf der Website mannhick.ch können nun also Karten mit diversen Motiven von «Happy Adoption aus dem Tierheim» bis «Rest in Peace, Doggy» bestellt werden. Für den Hund – und für die Katz’.  

Die Karten sind anscheinend bisher auf französisch, spanisch und englisch erhältlich, doch heisst es in einer Pressemitteilung von «Mannhick», sie seien auch auf deutsch verfügbar. Die «Tierwelt» ist gespannt, wie die Übersetzung auf den deutschen Karten aussieht, macht sich aber aufgrund der Internetseite  auf das Schlimmste gefasst (siehe «Sendung alle Welt», «Kytty» und «selbstklebendverschluss»).  

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Screenshot: mannhick.ch

Wieso so böse, «Tierwelt»?
Die Firmengründerin erwähnt in ihrem Communiqué besonders ältere Personen, die allein mit ihrem vierbeinigen Freund leben. Diese Menschen sollen besonders angewiesen auf ein wenig Liebe von ihren Mitmenschen sein, der Tod ihres Kätzchens sei für sie besonders schwer zu verkraften und eine Kondolenz-Kitty-Karte würde ihnen wieder auf die Beine helfen.  

Die «Tierwelt» weiss nicht so recht, ob das wirklich die beste Variante ist, jemandem seine Sympathie zu bekunden. Manchmal ist doch auch ein persönliches Gespräch gar nicht schlecht... Ausserdem: Wie erfährt der potenzielle Kartenverschicker von Geburtstag, freudiger Erwartung oder Ableben einer «befreundeten» Katze? Doch wohl am ehesten im persönlichen Gespräch mit der Tierhalterin. Dann kann es ja nicht mehr so schwer sein, in ebendiesem Gespräch zu gratu- oder kondolieren.  

Natürlich gibt es auch Leute, die beispielsweise auf ihre «Facebook»-Pinnwand schreiben, ihr Hund habe Flöhe oder die Katze sei vom Baum gefallen. Ob sich diese Generation allerdings über eine (nicht-elektronische) Karte freut, ist ebenfalls fraglich. Gut, als Spässchen wäre es vielleicht sogar gar nicht übel.  

Der «Tierwelt» fällt immerhin eine Lösung ein, die solche «Kitty-Cards» und ihren Versand rechtfertigen würden: Todesanzeigen und Geburtstags-Ankündigungen für Tiere müssen ihren Platz in Zeitungen und Zeitschriften finden. Darauf wäre die richtige Reaktion ein Kärtchen fürs Kätzchen.  

Sobald der Bedarf für die Publikation von tierischen Beerdigungen gross genug ist, wird die «Tierwelt» diese Plattform selbstverständlich gerne bieten, aber bis dahin rät sie: Verschicken Sie lieber ab und zu ein Würstchen, davon hat Bello deutlich mehr.

 

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