Konrad Lorenz verliert die Ehrendoktorwürde

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Konrad Lorenz hatte sich durch seine Verhaltensforschung an Graugänsen einen Namen geschaffen, geriet aber wegen rassistischer Äusserungen in Verruf.
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Rassistisches Gedankengut
Die Universität Salzburg hat dem österreichischen Nobelpreisträger Konrad Lorenz posthum wegen dessen Nazi-Vergangenheit die Ehrendoktorwürde entzogen.

Dem österreichische Zoologe und Verhaltensforscher Konrad Lorenz war 1973 gemeinsam mit einem Deutschen und einem Briten der Nobelpreis für Medizin verliehen worden. Die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg erhielt er 1983. Die Hochschule erklärte nun, sie habe im vergangenen Jahr eine Untersuchung zur mutmasslichen nationalsozialistischen Vergangenheit ihrer Geehrten in Auftrag gegeben. Bei der Verleihung der Ehrendoktorate sei diese Vergangenheit nicht berücksichtigt worden. Deshalb wurde ihm diese Würde 26 Jahre nach seinem Tod nun wieder entzogen.

Als Grund für die Aberkennung des Titels von Lorenz nannte die Hochschule dessen Aufnahmegesuch an die Nazi-Partei NSDAP aus dem Jahr 1938. «Ich war als Deutschdenkender und Naturwissenschaftler selbstverständlich immer Nationalsozialist», heisst es dort. Seine «ganze wissenschaftliche Lebensarbeit» stehe «im Dienste nationalsozialistischen Denkens», erklärte Lorenz dort. Die Universität nannte zudem eine rassistische Publikation aus dem Jahr 1940 als Grund.

Konrad Lorenz hatte seine Ansichten mit dem Darwinismus und mittels Vergleichen zu Tieren begründet. Einst schrieb er, «sozial minderwertiges Menschenmaterial» müsse «ausgemerzt» werden.

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