SVP-Nationalrat will Hundekurse abschaffen

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Für das Halten eines Hundes braucht es einen Sachkundenachweis, für das Halten eines Pferdes hingegen nicht.
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Politik
Mit einer Interpellation im Nationalrat stellt Sebastian Frehner die obligatorischen Kurse für Hundehalter in Frage. Er bezweifelt den Nutzen und bezeichnet die Kurse als «Verkaufsveranstaltungen».

Vier Stunden Theorie und vier Stunden Praxiskurs muss jeder Schweizer absolvieren, der einen Hund halten will. «Es gibt bis heute keine wissenschaftlich fundierten Daten, die die Wirkung dieser Kurse belegen», schreibt der Basler SVP-Nationalrat Sebastian Frehner in einer Interpellation. Konkret fragt er den Bundesrat, ob dieser gewillt sei, die Wirkung der Kurse zu evaluieren und «gegebenenfalls vorzuschlagen, die Kurspflicht zu beenden».

Gegenüber der Basler Zeitung bezeichnete Frehner die Kurse als Folge einer Überreaktion des Parlamentes auf «ein paar tragische Zwischenfälle mit Hunden. Er bemängelt in der Interpellation auch das Fehlen einer Qualitätskontrolle für die Kurse. Beim Konsumentenforum seien «innert kürzester Zeit» 500 Reklamationen von Hundehaltern eingegangen. Insbesondere würden an den obligatorischen Kursen versucht, den Haltern Hundeartikel zu verkaufen.

Wieso Hundesteuer, aber keine Pferdesteuer?
In seiner Interpellation macht Frehner weiter auf die ungleiche Behandlung von Hunde- im Vergleich zu Pferdehaltern aufmerksam. Für das Führen eines Chihuahua brauche es einen Sachkundenachweis, für ein Pferd hingegen nicht – obwohl es gemäss Suva zu mehr Unfällen mit Pferden als mit Hunden komme. Er fordert vom Bundesrat eine Erklärung für die Tatsache, dass Hundehalter besteuert werden, Pferdehalter aber keine Pferdesteuern zahlen müssen.

Damit spricht er ein Thema an, das in Deutschland zu grossen Diskussionen geführt hat. Als die hessische Gemeinde Bad Sooden-Allendorf Anfang 2013 eine Pferdesteuer von 200 Euro pro Pferd und Jahr einführte, kam es zu heftigen Protesten der Pferdehalter.

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