Vorsicht: Diese Raupen sind für Hunde giftig!

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Auch wenn die Raupen noch auf den Bäumen sind, fallen Haare herunter, die allergische Reaktionen auslösen können.
John H. Ghent / USDA Forest Service United States
Tiergesundheit
In der Südschweiz verlassen in den Frühlingsmonaten die Raupen der Pinien-Prozessionspinner die Bäume. Ihre giftigen Haare können für Hunde gefährlich werden.

Pinien-Prozessionsspinner heissen so, weil die Raupen jeweils im Frühjahr ihre Nester in den Bäumen verlassen und in meterlangen Kolonnen die Baumstämme herunter gekrochen kommen, um sich danach im Boden zu verpuppen. Das sieht hübsch aus, doch die Haare der Raupen sind für Allergiker – ob Mensch oder Tier – gefährlich.

Verbreitet in Genf, Wallis, Tessin, Graubünden
Während es bei Menschen nach Berührungen zu Reizungen oder Entzündungen der Haut kommen kann, ist bei Hunden häufig die Zunge betroffen. Sie wird schwarz und beginnt abzusterben. Das kann dazu führen, dass der Hund wegen der Beschwerden nicht mehr genügend frisst und trinkt und das tote Gewebe wegoperiert werden muss. Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, im Frühjahr im Verbreitungsgebiet der Raupen Hunde an die Leine zu nehmen.

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In langen Prozessionen verlassen die Raupen die
Bäume.

Foto: Jürgen Appel

In der Schweiz kommen Pinien-Prozessionsspinner vorwiegend in Föhrenwäldern in den Kantonen Genf, Wallis, Tessin und Graubünden vor. Beat Wermelinger, Spezialist für Waldinsekten an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), kennt aber auch Fälle, wo Hunde in den Ferien in Südfrankreich mit den Raupen in Kontakt kamen.

Erfolgreiche Behandlung
Vor einigen Jahren war Wermelinger Mitautor eines Fachartikels, wo drei derartige Fälle beschrieben werden. Bei allen handelte es sich um junge Hunde, bei zwei davon musste ein Stück Gewebe an der Zunge entführt werden. Alle drei Hunde erholten sich nach der ärtzlichen Behandlung. Todesfälle werden gemäss dem Artikel sehr selten beobachtet.

Pinien-Prozessionsspinner werden nicht systematisch bekämpft. «Nur an Orten, wo Gefahr besteht, etwa auf Autobahnraststätten oder in Schwimmbädern, versucht man die Nester herunter zu holen», erklärt Wermelinger. Das wird von Spezialisten in Schutzanzügen gemacht. Sie müssen dabei darauf achten, dass möglichst wenig Brennhaare aus den Nestern zu Boden fallen, denn diese bleiben während Monaten aktiv.

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