Welches Tier passt zu mir?

Welches Tier passt zu mir?

Zebrafinken halten stetig verbal Kontakt miteinander, leben paarweise und sind gut zum Beobachten.

Lars Lepperhoff

Mit Achtsamkeit zum richtigen Begleiter
Nachtwandler, Plauderer, Schwimmer oder Raffler? Ob Hamster, Wellensittich, Prachtbarbe oder Meerschweinchen, Heimtiere haben bestimmte Bedürfnisse und Verhaltensweisen. Ein Überblick.

Felltiere

Kleine Felltiere mögen gut strukturierte Gehege mit Einstreu, Sand, Wurzeln, eventuell Klettermöglichkeiten, Röhren und Häuschen. Sie benötigen Unterschlupfmöglichkeiten. Ruhezeiten müssen akzeptiert werden. Wenn sie selbstständig kommen, kann man sie streicheln. Sie können mit Leckerbissen dazu konditioniert werden. In ihrem Unterschlupf darf man sie nicht stören, sonst werden sie schreckhaft und beissen. Kleine Felltiere vermehren sich sehr rasch. Darauf muss bei der Gruppenhaltung der sozialen Arten geachtet werden. Der Zoohandel verkauft bei den meisten Arten nur kastrierte Männchen. So können verträgliche Kleingruppen oder Paare zusammengestellt werden. Der Handel bietet Futtermischungen an, doch Nager benötigen auch Hasel-, Weiden- oder Buchenäste sowie geringe Mengen Obst und Kräuter aus der Natur.

Meerschweinchen
Tagaktiv. Nimmt Leckerbissen aus der Hand, lässt sich streicheln. Haltung: zu zweit oder kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen.
Lebenserwartung: 8 Jahre.

Zwergkaninchen
Tagaktiv. Haltung: in Gruppen, zwei kastrierte Männchen oder ein kastriertes Männchen mit einem Weibchen, grosse Unterkunft.
Lebenserwartung: 10 Jahre.

Wüstenrennmäuse
Tag- und nachtaktiv. Haltung: zu zweit, wühlen und graben in Einstreu und Sand, werden zutraulich.
Lebenserwartung: 4 Jahre.

Gold- und Zwerghamster
Nachtaktiv, ideal für Berufstätige. Haltung: einzeln in Gehege mit viel Einstreu, Sand und Versteckmöglichkeiten.
Lebenserwartung: 3 Jahre.

Farbratten
Zuchtform der Wanderratte. Tag- und nachtaktiv. Haltung: mindestens zu zweit mit Einstreu und Versteckplätzen, werden zahm, intelligent.
Lebenserwartung: 3 Jahre.

Farbmäuse
Zuchtform der Hausmaus. Tag- und nachtaktiv. Haltung: in Gruppen, vier bis fünf Tiere, klettern und graben, werden zahm, starker Eigengeruch.
Lebenserwartung: 3 Jahre.

Degus
Vital und tagaktiv. Haltung: in Gruppen, entweder nur Weibchen oder Weibchen mit einem kastrierten Männchen, zutraulich, klettern auf Arm.
Lebenserwartung: 8 Jahre.

Chinchillas
Nachtaktiv, ideal für Berufstätige. Haltung: Weibchen- oder reine Männchen-Gruppe, Voliere mit Ästen, Steinen, Sand, werden zahm.
Lebenserwartung: 20 Jahre.

Terraristik

Wer geduldig ist, gerne natürliche Landschaften imitiert und sich für Reptilien und Amphibien interessiert, findet an der Terraristik Gefallen. Der Zoofachhandel bietet ein grosses Sortiment an Zubehör, damit sich Kriechtiere wohl fühlen. Entsprechende Reptilienlampen, die auch ultraviolettes Licht abgeben, sind als besondere Wärmequellen essenziell, im Behälter sollten unterschiedlich warme Stellen vorhanden sein. Die Einrichtung und Luftfeuchtigkeit muss sich der Herkunft der Bewohner anpassen. Zwerg-Bartagamen oder Leopardgeckos etwa stammen aus wüstenartigen Gebieten, erstere aus Australien, zweitere von Irak bis Indien. Bei guter Pflege können sie bis zu 20 Jahre alt werden. Wer südamerikanische Färberfrösche hält, richtet ein Regenwaldterrarium ein. Bei der Wahl des Terrariums ist entscheidend, ob die Tiere, die gehalten werden, den Boden bewohnen (länglicher Behälter) oder ob sie sich in den Bäumen, also in der Vertikalen, aufhalten (hohes Terrarium).

Vögel

Kanarienvögel singen, Nymphensittiche schreien, Wellensittiche trällern und Zebrafinken plaudern. Alle Vögel geben Laute von sich und leben sozial. Sie wollen fliegen und wirbeln dabei Staub auf. Vögel werden am besten in Zimmervolieren gehalten. Der Zoohandel bietet fahrbare Grosskäfige an oder private Volierenbauer errichten nach Mass Zimmervolieren. Vögel benötigen zu Körnern oder Pellets zusätzliche Gaben von Kalzium, beispielsweise in Form von Sepiaschalen, Grit, Früchten, Gemüse sowie Wildgräser und -kräuter. Frische Äste aus der Natur und ungefiltertes Sonnenlich sind ein Muss.

Wellensittiche
Schwarmvögel. Haltung: in Zimmervoliere mindestens zu zweit oder im Schwarm, werden zutraulich, fliegen auf Hand, um Leckerbissen wie Kolbenhirse zu knabbern.
Lebenserwartung: 10 Jahre.

Nymphensittiche
Schwarmvögel, gute Flieger. Haltung: paarweise oder in Volieren im Schwarm, ihre lauten Stimmen können zum Problem bei Wohnungshaltung werden. Lebenserwartung: 25 Jahre.

Zebrafinken
Schwarmvögel, plaudern stetig, auch im Zimmer. Haltung: paarweise in Zimmervoliere, zeitweise Brut möglich, Eier anstechen, um unkontrollierte Zucht zu vermeiden.
Lebenserwartung: 7 Jahre.

Kanarienvögel
Männchen singen schön. Haltung: paarweise, zwei Männchen, zwei Weibchen oder eine gleichgeschlechtliche Gruppe in Zimmervoliere, Beobachtungstiere in diversen Farben.
Lebenserwartung: 10 Jahre.

Aquaristik

Aquarien eignen sich für Menschen, die an biologischen Zusammenhängen interessiert sind, die gerne beobachten und keine direkte Beziehung zum Tier wünschen. Ein bepflanztes Gesellschaftsaquarium ist ideal zum Beginn. Der Bodengrund sollte aus Dünger und einer dicken Kiesschicht bestehen. Moorkienholzwurzeln dienen nicht nur als Dekoration und Versteckmöglichkeit für Fische, sondern geben auch Huminsäuren an das Wasser ab. Ein Aquarium muss nach dem Einrichten zuerst etwa drei Wochen ohne Fische betrieben werden. Bei einer Erstausstattung sollte nicht an Wasserpflanzen gespart werden. Sie bilden das ideale Milieu für Fische. Geeignet für Einsteiger ist ein 120-Liter-Becken mit Beleuchtung, Filter und Heizung. Alle zwei Wochen sollte ein grosser Teil des Wassers ausgewechselt werden. Das stimuliert das Wachstum der Wasserpflanzen. Die Fische sollten entsprechend ihren Bedürfnissen zusammengestellt werden. Labyrinthfische fühlen sich nicht wohl mit quirligen Barben. Salmler und Panzerwelse sind beispielsweise eine gute Kombination. Manche Salmler werden natürlicherweise nur dreijährig, andere Fische wie Schmerlen können über 20 Jahre alt werden.

Autor

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff ist Redaktor der «Tierwelt» und des «Kleintierzüchters», wo er wöchentlich Porträts über Tierhalter schreibt. Ziervögel sind sein Spezialgebiet. Darum pfeifen in seiner Wohnung Graupapageien aus einer Zimmervoliere, Wasser plätschert im Aquarium und exotische Pflanzen wuchern. Auf Reisen besucht er nicht nur Ursprungsgebiete tropischer Vögel, sondern besonders auch Zoos, Botanische Gärten und Tierhalter. Er ist Autor von Büchern und zahlreichen Fachartikeln.

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