Kein Gedränge am Futtertrog!

Küken drängen sich um Futtertrog
Hühnerhaltung
Bei der Aufzucht von Küken ist mit zunehmendem Alter auf den Platz am Futtertrog zu achten. Nur jene Küken mit genügend Futter, Wasser und Platz am Trog zeigen keine Entwicklungsstörungen und wachsen prächtig.

Die im Frühling geschlüpften Küken wachsen jetzt heran und brauchen stets genügend Futter – und dies auch noch in der richtigen Mischung. In den ersten neun Lebenswochen eignet sich ein Kükenfutter mit oder ohne Kokzidiostatika. Diese Zugabe erhöht die Gesundheit und minimiert das Risiko von Durchfall. In diesem Alter haben die Küken meist noch genügend Platz am Futtertrog. 

Bis zur neunten Lebenswoche haben die Küken pro Tier ungefähr 1,6 bis 2,5 Kilogramm Futter verzehrt. Das Wachstum der jungen Hühnchen ist schnell, und so empfehlen die meisten Hersteller ab der zehnten Lebenswoche ein Junghennenfutter, das passend zum Alter zusammengesetzt ist. Ab diesem Alter beginnt aber auch das Gedränge am Futtertrog. 

Die jungen Hühner werden immer grösser, doch der Futterautomat wächst allerdings meist nicht mit. Bei Längsfuttertrögen reicht der Inhalt bei Weitem nicht für die ganze Herde. Deshalb schreibt auch der Gesetzgeber den Platz an den Futtergefässen vor. Bei einem Futtertrog brauchen Jungtiere ab der zehnten Woche zehn Zentimeter Platz. 

Rundautomat oder zusätzlicher Trog
Bei einem Rundautomaten ist es mit drei Zentimetern viel weniger. Dort können sich die Tiere einerseits besser um das runde Gefäss anordnen. Andererseits füllt sich der Automat immer wieder nach. So gibt es meist den ganzen Tag über genügend Futter, weshalb sich nicht alle Hühnchen auf einmal auf die Futterquelle stürzen. Stattdessen fressen sie zu unterschiedlichen Zeiten, und der «Kampf» um das Futter bleibt aus. 

Letzterer ist dagegen bei einem Futtertrog fast nicht zu vermeiden. In diesem Wachstumsstadium der Küken empfiehlt sich daher eine Kontrolle der Fütterungsgefässe mit den gesetzlichen Vorschriften. Und in dieser Zeit ist es ebenfalls empfehlenswert, der Jungmannschaft ein zusätzliches Gefäss zur Verfügung zu stellen. Bei den Futtergefässen ist es wie mit dem Stall: Sie müssen stets dem Alter und der Gruppengrösse angepasst werden. 

Doch nicht nur der Platz am Futterautomaten ist wichtig, sondern auch die Höhe, auf welcher das Futter verabreicht wird. Stehen die Gefässe auf dem Boden, werden sie innert Kürze mit Einstreu gefüllt, und die Tränke verkommt zu einem verschmutzten Matsch. Als Faustregeln unter Hühnerhaltern gilt, dass das Futter- wie auch das Tränkgefäss stets auf Schulterhöhe der Tiere positioniert werden sollten. Doch wie macht man das, ohne wöchentlich ein neues Holzbrettchen darunterzulegen, um das Gefäss passend zum Wachstum zu erhöhen? Am besten werden die Gefässe an einer Kette aufgehängt. Dadurch lassen sie sich passend zum Wachstum der Jungtiere positionieren. Je nach Stalleinrichtung empfiehlt sich eine Aufhängung unterhalb des Kotbretts. Dort sind die Gefässe auch von heruntergescharrtem Mist oder Einstreu geschützt und bleiben länger sauber. 

Die Futtermenge ist rassenabhängig
Mit den genannten Massnahmen wird die tägliche Fütterung der Hühner erleichtert. Bei den meisten Rassen und Futterherstellern gilt ohnehin, das Futter zur freien Verfügung zu verabreichen. Somit müssen die Jungtiere nie hungern, und ein genügend grosser Automat muss nicht täglich neu aufgefüllt werden. Der Futterverbrauch pro Küken lässt sich bei heranwachsenden Tieren schwer abschätzen, doch für Legehennen liegt die Richtmenge ungefähr zwischen 105 und 130 Gramm Futter pro Tier und Tag. Bei fehlendem Futter können sich Störungen im Wachstum der Jungtiere zeigen. Bei dunkel befiederten Rassen zeigt sich dies oft in aufgehellten, weiss durchzogenen Federn. Deshalb muss stets für genügend Nachschub gesorgt und das Futter rechtzeitig bestellt werden. Nicht, dass plötzlich der Vorrat ausgeht und die Jungtiere hungern müssen. 

Gemäss Lehrmittel «Geflügelhaltung» des Aviforum trinkt eine ausgewachsene Henne rund 2 bis 2,5 Deziliter Wasser pro Tag. Das hängt stark vom Futterkonsum und von der Stalltemperatur ab. Wie im Lehrmittel weiter zu lesen ist, liegt die kritische Periode für das Skelettwachstum in den ersten zehn Lebenswochen. Die Muskeln bilden sich besonders um die 15. Lebenswoche, und die Entwicklung der Geschlechtsorgane erfolgt rund drei bis fünf Wochen vor dem Legebeginn. Dieser ist gerade beim Rassegeflügel stark von den einzelnen Rassen abhängig. Dem passenden Futter und genügend grossen Futtergeschirren ist in der Aufzucht von Hühnern die nötige Beachtung zu schenken. Nur so entwickeln sich die Jungtiere wie gewünscht und die Ausfälle bleiben sehr gering. 

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