Solarstrom auch fürs Hühnerhaus

Hühnerhaus und Weidezaun mit Solarstrom
Geflügelhaltung
Viele Geflügelzüchter haben im Hühnerstall keinen Strom. Dadurch müssen Küken andernorts grossgezogen und die Tiere im Winter mit Taschenlampe gefüttert werden. Mit Solarenergie liessen sich fast alle Probleme lösen.

Solarpanels zur Erzeugung von Strom sind heute in jeder Grösse und mit fast jeglicher Leistung erhältlich. Auch in abgelegenen Ferienhäusern und Campingwagen dienen sie der Stromerzeugung. Aber auf Hühnerhäusern sind sie kaum zu sehen.

Das Angebot an Solarpanels ist unendlich gross. Aber welche Grösse und wie viel Leistung soll man nun kaufen? Fehlen die Fachkenntnisse, muss man mit dem Anbieter oder, noch besser, mit einem Kollegen, der etwas von der Installation und dem Erzeugen von Solarstrom versteht, kommunizieren und sich beraten lassen.

 

Autobatterie für den Hühnerstall
Es reicht nämlich noch lange nicht, einfach ein Solarpanel zu kaufen – und schon hat man Strom. Man benötigt auch eine Batterie. In der Regel ist das für ein Hühnerhaus eine Autobatterie, die über einen Laderegler angeschlossen werden muss. Viele Panels sind für den Betrieb mit einer Autobatterie gemacht und liefern direkt 12 Volt Gleichstrom. Die Batterie sollte mit einer gut durchlüfteten Haube abgedeckt werden, da sich im Hühnerhaus sehr viel Staub entwickelt, der sich auf der Batterie ablagert, was sich negativ auf die Kontakte der Elektroden und zu einer schleichenden Entladung führen kann. Zudem sollte man sich keinesfalls auf die Angaben des Panelverkäufers verlassen, wie viel Strom ihre Panels erzeugen. Will man Licht und Strom für den Tränkewärmer, braucht man dies in den Wintermonaten, in denen die Sonnentage viel seltener und vor allem kürzer sind. Man ist deshalb gut beraten, doppelt so viele benötigte Panels anzunehmen, als der Verkäufer angibt.

In den Wintermonaten wird es früh dunkel. Dann ist es oft nicht mehr möglich, die Tiere bei Tageslicht zu versorgen. Wohl dem, der einfach den Schalter drücken kann und es wird Licht. Gibt es keinen Strom, muss das mit einer Taschen- oder Handlampe getan werden – und schon bleibt nur noch eine Hand frei für die Arbeiten im Hühnerstall. Auch wer die Hennen zum Legen animieren möchte, weil man frühzeitig Bruteier sammeln möchte, braucht Licht. Dazu wählt man am besten LEDs, die teilweise mit 12 Volt Gleichstrom gespiesen werden können. Solche Lampen oder Lichtleisten gibt es im Handel in den verschiedensten Ausführungen, sie sind sehr günstig und keine Stromfresser.

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Um ein Hühnerhaus mit genügend Solarenergie zu versorgen, müssen folgende Komponenten gekauft werden:

  • 1 bis 2 Strompanels mit mindestens 400 Watt Leistung
  • 1 Autobatterie
  • 1 Laderegler
  • 1 Spannungswandler 12 auf 24 Volt
  • 1 Zeitschaltuhr für 12 Volt
  • 1 LED-Lichtleiste oder Ähnliches
  • Diverse Kabel und Kleinmaterial (Schrauben, Kabelbriden, evenvuell Sperrholz für die Abdeckhaube der Batterie und so weiter.)

Kosten, je nach Hersteller und ohne Installation: 1000 bis 1500 Franken.

Allerdings darf das Licht nach Gesetz nicht länger als 16 Stunden pro Tag leuchten, was ja auch vernünftig ist. Also braucht es eine Zeitschaltuhr, mit der die Lichtdauer morgens und abends gesteuert werden kann. Die günstigen im Handel erhältlichen Zeitschaltuhren sind jedoch für die Steckdose und 220 Volt gemacht. Schaut man genau hin, können viele aber auch mit Gleichstrom betrieben werden, müssen dann allerdings anders verdrahtet werden. Sie werden zwischen der Batterie und der Lichtquelle montiert und können tagesgenau programmiert werden.

Spannung muss gewandelt werden
Will man auch den Strom für einen Tränkewärmer im Winter produzieren, ergibt sich ein weiteres Problem. Tränkewärmer benötigen in der Regel 24 Volt Strom. Deshalb muss ein weiteres Gerät angeschafft werden, das die Spannung in 24 Volt umwandelt. Auch Anbieter von solchen Spannungswandlern sind im Internet zu finden. Das Netzteil muss dann beim Tränkewärmer entfernt und das Kabel in den Stromumwandler gesteckt werden, da dieser über keine Steckdose verfügt. Solar-Türöffner und -Elektrozaun

 

Im Fachhandel werden auch Türöffner angeboten, die mit Solarenergie betrieben werden. Dazu werden der programmierbare Öffner und das passende Solarpanel geliefert. Gemäss Hersteller reichen gerademal sechs bis sieben Sonnentage, um genug Strom für dessen Betrieb zu produzieren. Das ist sehr praktisch, muss man doch nicht dauernd kontrollieren, ob die eingelegten Batterien noch über genug Strom verfügen. Leider ist es aber auch schon vorgekommen, dass der Öffner abends nicht mehr geschlossen hat, weil die Batterien leer waren.

Die Montage ist sehr einfach und kann, dank einer detaillierten Anleitung, auch von Leuten ohne Fachkenntnisse ausgeführt werden. Wenn mit den Panels genügend Strom produziert wird, kann der Türöffner auch über die Batterie betrieben werden. Dazu bedarf es eines separaten Kabels, das vom Anbieter des Türöffners erworben werden kann. Und sogar der Strom für die fuchssichere Einzäunung kann mit einem Solargerät zusätzlich erzeugt werden.

Die Kosten für das Betreiben eines netzstromunabhängigen Hühnerhauses scheinen auf den ersten Blick recht hoch (siehe Box). Wenn man jedoch ein Hühnerhaus eines seriösen Lieferanten kauft oder ein solches selber baut, hält dies ein Leben lang. Deshalb lohnen sich auch etwas höhere Investitionskosten. Dafür ist man dann unabhängig, umweltschonend und hat zudem keine zusätzlichen Stromkosten mehr.

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