Wenn Hühner eine Reise tun

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Transport
Ob im Krankheitsfall, bei einem Besitzerwechsel oder für eine Schönheitskonkurrenz: Über den Transport von Hühnern macht man sich wenig Gedanken – bis ein solcher Fall eintritt. Dabei gilt es einiges zu beachten. 

Unter welchen Voraussetzungen Hühner zu transportieren sind, wird im Anhang der Tierschutzverordnung beschrieben. Für Hobbyhalter sind diese gesetzlichen Vorschriften spielend leicht einzuhalten, weil sie auf die wirtschaftlich orientierte Geflügelhaltung ausgerichtet sind. So wird die vorgeschriebene Transportfläche nicht in Anzahl Tieren pro Transportbehälter angegeben, sondern in Kilogramm Lebendgewicht pro Fläche (siehe Kasten). 

Beim Transport von 3 bis 5 Kilogramm Huhn etwa braucht es eine Fläche von 575 Quadratzentimeter. Dies entspricht einer Fläche von knapp einer A4-Seite. Wenn auf dieser Fläche nun zwei je 2,5 Kilogramm schwere Tiere untergebracht werden, ist der Transportbehälter bis in die letzte Ecke gut gefüllt. Ausserdem muss der Transportbehälter laut Vorschrift mindestens 24 Zentimeter hoch sein. 

Das dürfte gerade für Züchter von Zwerghühnern zur einzigen Schwierigkeit werden. Denn die im Handel erhältlichen Transportkörbe für Tauben sind für ihre Ansprüche praktisch und bieten sogar mehr Platz für Zwerghühner. Sie sind aber nicht gesetzeskonform, weil sie meist die Mindesthöhe von 24 Zentimetern nicht erreichen. 

Mindestraumbedarf von Transportkisten

> Bis 3 Kilogramm: 160 cm² pro Kg Lebendgewicht. Höhe: 24 cm

> Bis 5 Kilogramm: 115 cm² pro Kg Lebendgewicht. Höhe: 25 cm

> Bis 10 Kilogramm: 105 cm² pro Kg Lebendgewicht. Höhe: 30 cm

> Bis 15 Kilogramm: 105 cm² pro Kg Lebendgewicht. Höhe: 35 cm

> Über 15 Kilogramm: 90 cm² pro Kg Lebendgewicht. Höhe: 40 cm

Checkliste für die Transportkiste

> Ausreichend Luftzufuhr

> Einlassöffnung genügend gross

> Grösse dem Tiergewicht entsprechend

> Glatte Oberfläche an Seitenwänden

> Saubere Einstreu

> Rutschfester Untergrund

Hühner brauchen ausreichend Luft
In der Welt des Wirtschaftsgeflügels kommen meist einfach zu reinigende Transportkisten aus Kunststoff zum Einsatz. Sie haben Lüftungsschlitze auf alle Seiten und nach oben. Dies ist bei der «Stapelung» von Hühnern  auch notwendig, nur so kriegen die Tiere genügend Sauerstoff. 

Früher wurden aus Weidenholz geflochtene Körbe als klassische Transportbehälter eingesetzt, die für ausreichend Frischluft sorgten. Heute haben sich bei den Hobbyhaltern hingegen Holzkisten aus möglichst leichtem Holz durchgesetzt. Dabei reichen einige kleine Löcher allerdings nicht aus für eine genügende Luftzirkulation. Schliesslich dürfen die Löcher aber auch nicht mehr als zwei bis drei Zentimeter Durchmesser haben, da die Hennen sonst den Kopf herausstrecken könnten. Ein grosser Ausschnitt im Holz könnte mit Drahtgeflecht ausgestattet werden. Das wiederum eignet sich nicht für Hühner, die an eine Schönheitskonkurrenz dürfen, weil dadurch oftmals die Federn zerstos-sen werden. 

In der Tierschutzverordnung wird umschrieben, dass es beim Verladen von Geflügel dunkel sein sollte. Ein Aspekt, der durchaus auch für den Transportbehälter gilt. Bei Holzkisten verhalten sich die Hühner durch die dunkle Atmosphäre sehr ruhig und erschrecken nicht so schnell. Holzkisten bergen einzig den Nachteil der Durchlüftung. In den Wintermonaten ist dies kein Problem, doch an heissen Sommertagen braucht gerade das Geflügel ausreichend Sauerstoff, weil es nicht schwitzen kann und seine Temperatur mit kühler Luft reguliert. Fehlt es an ausreichend frischer Luft, würden die Hühner in ihrem Transportbehälter elendiglich verenden. Damit dies nicht geschehen kann, eignen sich Abstandhalter vor den Luftschlitzen. Dadurch können die Öffnungen auch beim Aneinanderschieben von zwei Behältern nicht «in der Hitze des Gefechts» verschlossen werden. Auch in einem Auto muss auf die Tiere Rücksicht genommen werden, indem man das Fahrzeug im Winter nicht zu stark heizt. 

Ein Transportbehälter ist so zu wählen, dass er nicht nur den Hühnern Sicherheit bietet, sondern auch dem Transporteur. Bei der Materialwahl ist Kreativität möglich. Für die Hobbyhalter sind meistens Holzkisten aus dem Fachhandel oder der Marke Eigenbau im Einsatz. Als Faustregel gilt, die Kisten nicht zu gross anzufertigen zu lassen, damit die Tiere bei der Fahrt nicht von der einen Seite auf die andere geschubst werden. Als praktisch erwiesen haben sich die Boxen mit doppelter Abdeckklappe und einzelner Unterbringung der Tiere. Dadurch ist das Entladen an einer Ausstellung einfacher, wenn die Hühner unbekannte Geräusche wahrnehmen. 

Rutschfeste Unterlage
Transportbehälter sind im Fachhandel ab 50 Franken erhältlich, das Luxusmodell für mehrere Tiere kann 160 Franken kosten. Handwerklich begabte Personen können Transportbehälter auch selber herstellen. Hält man nur wenige Hühner im Garten, kann durchaus auch einmal die Katzenkiste für den Hühnertransport eingesetzt werden. Im Handel gibt es für etwa vier Franken auch Transportbehälter aus Karton, die sich mit extra grossen Luftlöchern für einen einmaligen Einsatz eignen. 

Für die Transporte innerhalb des Landes brauchen die Hühner weder Futter noch Wasser, wenn diese nach der Fahrt gleich wieder ausgeladen werden. Genauere Umschreibungen gibt es dazu ebenfalls in der Tierschutzverordnung. Diese ist jedoch auch diesbezüglich vorwiegend auf die wirtschaftlich orientierte Geflügelhaltung ausgerichtet und rechnet die Verladezeit von vier Stunden noch nicht zur Transportzeit. 

Über die Einstreu gibt es keine Vorschriften, doch eine rutschfeste Unterlage sorgt für einen ruhigen Transport. Hobelspäne sind eine mögliche Einstreu. Die Hühner lieben das Scharren – auch während eines Transports. Daher könnte der Kofferraum in einem Auto nach einer Fahrt ziemlich eingestreut sein, weil die Hühner das Einstreu durch die Luftschlitze ordentlich verteilen. Deshalb setzen viele Geflügelzüchter Stroh ein, weil es weniger herumgescharrt wird und für einen sicheren Halt der Hühner sorgt.

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