Abwechslung in der Voliere

Papageien in Voliere
Frühling bei den Ziervögeln
Die warme Jahreszeit macht sich bemerkbar. Zeit, die Aussenvolieren nicht nur zweckmässig, sondern auch attraktiv einzurichten. Zum Beispiel mit Stöcken, Zweigen und Steinen.

Die Tage werden länger, die Sonne sendet ihre wärmenden Strahlen wieder auf die Aussenvolieren, wo Ziervögel fliegen. In erster Linie bilden Aussenvolieren Lebensräume für die Gefiederten. Sie sollten also den Bedürfnissen der Vögel entsprechend eingerichtet sein. Zudem sollten sie sich in den Garten integrieren. Eine Voliere mit zwei Sitzstangen lädt kaum zum Verweilen ein, eine mit zahlreichen Kletterästen, Steinen, Schilf, morschem Holz, teilweise Sand- und Mulchboden schon viel mehr. Hier verhalten sich die gefiederten Bewohner aktiver, sodass sich zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten eröffnen. 

Dem Ideenreichtum der Vogelhalterin oder des Vogelhalters sind keine Grenzen gesetzt. Zweifellos sind attraktiv eingerichtete Volieren im Unterhalt aufwendig. Wer Papageien wöchentlich frische Zweige und morsches Holz reicht, hält seine Vögel geistig und körperlich fit, muss aber auch stets gros­se Mengen an zernagtem Holz aus der Voliere räumen. Doch das ist die Arbeit des Vogelpflegers. Wer nicht bereit dazu ist, darf keine Vögel, insbesondere keine Sittiche und Papageien, halten. 

Gerade frische Zweige mit Knospen und Laub sind essenziell für Sittiche und Papageien. In der Natur können sie dort nagen, wo sie hinfliegen, eine Voliere haben sie rasch erkundet. Es ist darum notwendig, dass die Abwechslung in Form frischer Zweige zu ihnen kommt. Hasel-, Weiden-, Ahorn-, Eschen-, Erlen-, Buchen-, Holunder- und Föhrenzweige sind einfach zu finden und gut geeignet. Wenn Papageien Knospen und Rinden abnagen, nehmen sie damit auch dort abgelagerte Mineralien auf. 

Auch morsches Holz wird von Papageien sehr gerne zernagt. Sie haben ein Erfolgserlebnis, denn es ist sehr weich und darum einfach zu bearbeiten. Zudem finden die Krummschnäbel darin Kerbtiere, eventuell gar Maden. Aus Beobachtungen aus der Natur ist bekannt, dass Papageien auch tierische Kost nicht verschmähen. Darum sind Äste, die schon lange im Wald modern, willkommene Gaben. 

Halterung oder Betonrohr
Die meisten Papageien suchen den Volierenboden gerne und regelmässig auf, sodass man morsches Holz und Wurzelstöcke dort auslegen kann. Man kann sie ihnen aber auch in einen Sägebock legen, den man in die Voliere stellt. Manche Züchter haben Raufen aus Drahtgeflecht in der Voliere angebracht, in die sie solches Holz legen. Im Frühling ist der Nagetrieb besonders ausgeprägt, benagen und erweitern die Papageien in der Natur doch auch Nisthöhlen. 

Frische Zweige und morsches Holz sind aber nicht nur für Papageien interessante Lebensraumbereicherungen. Auch Kanarienvögel und Prachtfinken untersuchen Knospen und frische Blätter mit Inbrunst. Auch wer Kanarien oder Prachtfinken in Boxen hält, bereitet ihnen eine grosse Freude, wenn er frische Zweige aus der Natur reicht. Der Käfigboden kann mit Laub ausgelegt werden. Die Vögel sind lange damit beschäftigt, das Laub zu untersuchen. Zweige können in flache Wasserschalen gesteckt werden, sodass sie länger frisch bleiben. Sie können aber auch in Ziegelsteine gesteckt oder mit dickem Draht an Sitzästen befestigt werden, denn wenn sie zu Boden fallen, sind sie meist nicht mehr von Interesse für die Vögel. 

Manche Vogelhalter haben auch extra Halterungen an einer Volierenwand angebracht, in die sie frische Äste stecken können, oder ein Betonrohr am Boden, in das Äste gestellt werden können. Auch Schilf kann in Bündeln oder in Ziegelsteine gesteckt angeboten werden. Grosse Steine in der Aussenvoliere sehen nicht zur ästhetisch aus, sondern werden auch gerne angeflogen. Sie speichern die Wärme. Wenn Vögel darauffliegen, wetzen sie zudem ihre Krallen ab. Eine ansprechende Volierengestaltung führt dazu, dass sich die Vögel wohlfühlen, dass sie geistig wach und körperlich agil bleiben. 

Autor

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff ist Redaktor der «Tierwelt» und des «Kleintierzüchters», wo er wöchentlich Porträts über Tierhalter schreibt. Ziervögel sind sein Spezialgebiet. Darum pfeifen in seiner Wohnung Graupapageien aus einer Zimmervoliere, Wasser plätschert im Aquarium und exotische Pflanzen wuchern. Auf Reisen besucht er nicht nur Ursprungsgebiete tropischer Vögel, sondern besonders auch Zoos, Botanische Gärten und Tierhalter. Er ist Autor von Büchern und zahlreichen Fachartikeln.

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