Wie der Einstieg in die Vogelhaltung gelingt

Kanraie auf Stange
Aller Anfang
Mit der Vogelhaltung liebäugeln, doch nie Pflöcke einschlagen? Das muss nicht sein. Wenn einige wichtige Grundsätze beachtet werden, gelingt der Einstieg.

Exotische Vögel sind faszinierend, doch kommt es überhaupt gut, sie in einer Wohnung zu halten? Dem Hin und Her der Gedanken kann mit konkreten Sach­informationen ein Ende gesetzt werden. Fundierte Angaben sind zuerst in Fachzeitschriften und -büchern zu finden. Zudem ist es besser zu zögern, als spontan Vögel zu kaufen, die man dann schnell wieder los haben möchte. Wer über den entsprechenden Platz verfügt, gerne zu Hause ist und sich am Verhalten von Vögeln freut, kann durchaus konkrete Pläne schmieden.

Zentral ist die Frage: Wo welche Vogelart kaufen und wie unterbringen? Viele Zoohandlungen führen keine Vögel mehr im Angebot, die Vogelhaltung ist darum, anders als noch vor 40 Jahren, kaum noch sichtbar. Dennoch beschäftigen sich viele Leute mit der Haltung und Zucht von Vögeln. Sie sind in Vereinen organisiert. Vogelausstellungen sind eine gute Möglichkeit, mit ihnen in Kontakt zu treten. In der «Tierwelt» erscheinen ab Herbst Inserate von Vereinen, die Vogelausstellungen veranstalten. Auch wird im Vorfeld auf alle Daten aufmerksam gemacht.

Vögel werden heute in Volieren gehalten, nicht mehr im Käfig auf dem Fensterbrett. Ein Kompromiss kann ein grösserer Käfig mit regelmässigem Freiflug und Kletterbaum im Zimmer sein. Eine Zimmervoliere ist aber von Anfang an viel sinnvoller, die Investition lohnt sich, denn wer hat schon so viel Zeit, die Vögel täglich während Stunden im Zimmer zu beaufsichtigen? Volierenbauer fertigen Zimmervolieren nach Mass.

Eine Zimmervoliere sollte eine Mindestlänge von eineinhalb Metern aufweisen, je tiefer sie ist, desto besser. In einer solchen Voliere, in die Fütterungsvorrichtungen eingebaut sind, können zwei Paare Wellensittiche, Zebrafinken, Japanische Mövchen oder Kanarienvögel gehalten werden. Es ist auch möglich, ein Paar Kanarienvögel, Zebrafinken oder Japanische Mövchen mit einem Paar Diamanttäubchen zu vergesellschaften. 

Einzelhaltung verboten
Einen Vogel einzeln zu halten, ist gesetzlich verboten. Es sollten immer zwei der gleichen Art gehalten werden. Wenn keine Zuchtabsichten gehegt werden, können zwei Männchen zusammenleben. Eine solche Voliere ist ein Schmuckstück in der Wohnung, insbesondere, wenn sie attraktiv mit natürlichen Ästen eingerichtet ist. Am Boden bewähren sich Buchenholzschnitzel oder Sand. Wer Zeitungspapier wählt, kann Sand und Holzschnitzel in Schalen zur Verfügung stellen. 

Entweder am Gitter oder etwas erhöht auf einem Baumstumpf sollte regelmässig eine Schale mit frischem Wasser mit flachem Stand angeboten werden. Ein Stein in der Mitte lädt die Vögel ein, darauf zu fliegen. Sie geniessen das Bad, und es ist gut für ihre Gesundheit. Frische Äste aus dem Wald, beispielsweise von Buche, Ahorn, Weide, Esche oder Hasel, können in Gefässen eingestellt werden. Das Laub bleibt so länger frisch.

Vögel können in der Wohnung immer auch Staub und Schmutz verursachen. Tägliche Präsenz ist selbstverständlich, die Vögel brauchen jeden Tag Futter, Wasser, und kleinere Reinigungsarbeiten sind immer wieder notwendig. Eine Grundreinigung steht einmal wöchentlich an. Die erwähnten Vogelarten können fünf bis gut zehn Jahre alt werden und haben keine lauten Stimmen. Sie ernähren sich von Körnern, Gemüse und Früchten. Alles kann im Fachhandel erworben werden.

Ideal ist, wenn man Fragen mit Züchtern besprechen kann. Eine Mitgliedschaft in einem Verein ist sinnvoll, denn dadurch entsteht ein riesiges Kontaktnetz. Die Mitglieder halten verschiedene Arten und tun dies in unterschiedlichen Haltungsformen. Kontaktadressen findet man unter www.kleintiere-schweiz.ch – Vögel. Ein Verein in der Nähe wird auf Anfrage vermittelt. Der Vogelhaltung steht dann nichts mehr im Wege. 

Autor

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff ist Redaktor der «Tierwelt» und des «Kleintierzüchters», wo er wöchentlich Porträts über Tierhalter schreibt. Ziervögel sind sein Spezialgebiet. Darum pfeifen in seiner Wohnung Graupapageien aus einer Zimmervoliere, Wasser plätschert im Aquarium und exotische Pflanzen wuchern. Auf Reisen besucht er nicht nur Ursprungsgebiete tropischer Vögel, sondern besonders auch Zoos, Botanische Gärten und Tierhalter. Er ist Autor von Büchern und zahlreichen Fachartikeln.

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