Seine Ähnlichkeit zur Petersilie trügt nicht: Tatsächlich sind die beiden eng verwandt, was auch mal zu Verwechslungen führen kann. Wer das Kraut jedoch in einem asiatischen Currygericht entdeckt, hat es höchstwahrscheinlich mit Koriander zu tun. Spätestens beim Kosten der Blätter ist der Unterschied offensichtlich. Für die einen schmeckt Koriander aromatisch und erfrischend, die anderen fühlen sich an Seife erinnert. Dieser deutliche Unterschied ist genetisch bedingt und erklärt, weshalb Koriander die Welt in zwei Lager teilt.

Das ätherische Öl des Korianders scheint besser anzukommen – zumindest in der Heilkräuterszene. Die darin enthaltenen Terpene wirken antibakteriell und stellten in Studien ihre Wirksamkeit gegen Salmonellen unter Beweis. Korianderöl kommt zudem bei Rheuma, Gelenkschmerzen und zur Hemmung von Plaquebildung in der Mundflora zum Einsatz. Im Tee kann die Pflanze Krämpfe und Verdauungsprobleme lindern. Als Paste angewendet soll Koriander sogar gegen Fusspilz oder chronische Hautekzeme helfen.

So gelingt die Eigenproduktion

Koriander lässt sich leicht selbst aussäen und gedeiht sowohl im Topf als auch im Beet. Windgeschützte Plätze schätzt das Kraut besonders, weshalb es sich gut für Mischkulturen mit Salat oder Kohlarten eignet. Auf heissen Balkonen sollte man darauf achten, dass der Koriander nicht den ganzen Tag in der Sonne steht. Winterhart ist er nicht und muss jedes Frühjahr neu gesät werden. Die gute Nachricht: Schon vier bis sechs Wochen nach der Aussaat lassen sich die ersten Blätter ernten. Für eine besonders üppige Ernte lässt man die oberen Triebe stehen, damit die Pflanze erneut austreiben kann.

Blüht die Pflanze, werden die Blätter nicht ungeniessbar, aber bitterer. Wer dies verhindern will, schneidet die Stände deshalb bereits im Frühsommer ab. Wird der Zeitpunkt verpasst, gibt es allerdings keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn zahlreiche Insekten freuen sich über die kleinen weissen Blüten. Und im Spätsommer lassen sich die Samen ernten – zum Rösten, Kochen, Zerstossen oder sofort Snacken.

Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Coriandrum sativum
Blütezeit: Juni bis August
Standort: Halbschattig bis sonnig, eher trocken
Giessen: Regelmässig, Staunässe und Trockenheit sind zu vermeiden
Vermehrung: Ausschliesslich über die Samen