Der Erdbeerspinat ist weder Erdbeere noch Spinat, sondern wird zu den Fuchsschwanzgewächsen gezählt. Namensgebend sind die an Erdbeeren erinnernden roten Früchte zur Fruchtzeit. Diese sehen zwar schön aus, besonders aromatisch schmecken sie jedoch nicht. Als hübsche Dekoration auf Desserts oder in Salaten eignen sie sich jedoch allemal. Die Blätter der Pflanze lassen sich genau wie Spinat zubereiten und schmecken intensiv und würzig. Sie können roh und gekocht verzehrt werden.
Natürlicherweise kommt der Echte Erdbeerspinat in den Gebirgen Nordwestafrikas und im westlichen Eurasien vor. Die bis zu einem Meter hoch wachsende Pflanze wurde früher in der Schweiz als Gemüse kultiviert. Allerdings wird die Sorte in älterer Literatur bereits als selten beschrieben und wurde vermutlich ab dem 16. Jahrhundert durch den echten Spinat verdrängt. Dieser ist einfacher und schneller zu ernten, denn im Gegensatz zum Erdbeerspinat muss nicht jedes Blatt einzeln vom Stängel gepflückt werden.
Ökologisch wertvoll
Heute gilt der Echte Erdbeerspinat in der Schweiz als potenziell gefährdet. Relikte der Pflanze finden sich eher selten in Graubünden und ganz vereinzelt in anderen Gebieten des Landes. Auch wenn das Gewächs als nicht heimisch gilt, bildet es dennoch eine wichtige Nahrung für manche Raupenarten wie den Dickkopffalter und ist ökologisch wertvoll.
Der nahe Verwandte des Echten Erdbeerspinats, der aus Nordamerika stammende Ährige Erdbeerspinat, wurde ebenfalls als Gemüse angepflanzt und wächst sehr vereinzelt noch wild in der Schweiz. Er schmeckt gleich wie der Echte Erdbeerspinat und kann auch genauso zubereitet werden. Beide Arten eignen sich gut für den Anbau.
Nicht nur kulinarisch, auch als Ziergewächs macht sich die alte Gemüsesorte gut. Da er kaum Ansprüche an den Boden stellt, gedeiht der Erdbeerspinat in fast allen Gärten gut. Auch als Kübelpflanze eignet er sich und kann somit auf dem Balkon oder auf der Terrasse angepflanzt werden. Doch Achtung, die Pflanze vermehrt sich durch Selbstbestäubung und kann, erntet man die Früchte nicht rechtzeitig, zu einem regelrechten Wildwuchs werden. Wer den Anbau des Erdbeerspinats ausprobieren möchte, kann die Samen in diversen Gärtnereien oder Onlineshops bestellen.
Infos zum Anbau
Die Direktsaat erfolgt von März bis Mai. Dabei hat der einjährige Echte Erdbeerspinat kaum Ansprüche an das Substrat und gedeiht auf allen Böden gut. Nur Staunässe verträgt er nicht. Die Pflanze hat einen geringen Nährstoffbedarf und mag vor allem sonnige und im Notfall auch halbschattige Standorte. Der Pflanzabstand sollte etwa 20 Zentimeter betragen. Neben Kohlsorten fühlt sich der Erdbeerspinat nicht wohl, zwischen Tomaten, Sellerie oder Stangenbohnen gedeiht er dagegen gut. Im Juni und Juli sind die Blätter erntereif, die Früchte folgen im August bis September.

