Wer vor knapp 1000 Jahren in den Schweizer Wäldern unterwegs war, der hatte die Chance, auf einen wahren Koloss zu treffen. Männliche Wisente (Bos bonasus) wiegen bis zu einer Tonne, die Kühe knapp die Hälfte. Anders als ihre Verwandten, die Bisons Nordamerikas, leben sie nicht auf offenem Grasland, sondern in den gemässigten Laub-, Nadel- und Mischwäldern Europas. Aufgrund ihrer Grösse wurden Wisente als Fleischlieferanten gejagt, ihr Lebensraum schwand wegen der Abholzung der Wälder, und die Tiere standen 1920 kurz vor der weltweiten Ausrottung. Der letzte frei lebende Wisent wurde 1927 im Kaukasus geschossen. In der Schweiz war er da schon längst verschwunden.

Dort fanden dann 1940 auch die ersten Bemühungen statt, den Wisent wieder anzusiedeln. Die fünf ausgewilderten Tiere stammten aus einer sowjetischen Zucht und vermehrten sich bis 1985 auf fast 1400 Individuen, die die Bergwälder und alpinen Wiesen des Westkaukasus zurückeroberten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind…

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