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Zu kalt für die Frau: Darum verschwinden Unisex-Schlafsäcke

Ja, es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das haben nun auch Outdoor-Marken erkannt und verkaufen Schlafsäcke nach Geschlecht. Und dies aus gutem Grund.

Schlafsäcke bilden eine Isolationsschicht, die verhindern soll, dass Körperwärme an die Umgebung verloren geht. Wie kuschelig warm es im Innern des Schlafsacks ist, hängt also davon ab, wie viel Eigenwärme der Körper im Ruhezustand produziert.

Thermoregulation und Temperaturempfinden werden von Hormonen beeinflusst. Deshalb sind diese geschlechts- und bei Frauen auch zyklusabhängig. Erst neuere Studien, die gezielt menstruierende Frauen einbezogen, zeigten: Ihr Blutfluss und ihre Hauttemperatur reagieren empfindlicher auf Veränderungen der Umgebung.

Die Folge: Frauen frieren schneller als Männer. Bisher wurden Schlafsäcke für die männliche Wohlfühltemperatur produziert. Diejenige von Frauen liegt aber einige Grade höher. Hinzu kommt: Der weibliche Körper produziert weniger Eigenwärme. Muskelmasse strahlt mehr Wärme ab und biologisch bedingt haben Frauen davon im Schnitt weniger. Das kann einen Temperaturunterschied von bis zu fünf Grad Celsius ausmachen. Wirklich kuschelig warm ist es für Frauen im für Männer konzipierten Schlafsack also nur, wenn die Umgebungstemperatur über der angegebenen Komfortzone liegt. Neben der allgemeinen Fitness, den Hormonen und dem Körperfettanteil beeinflusst auch die Ernährung die individuelle Wohlfühltemperatur.

Weiblich und komfortabel

Mittlerweile geben Hersteller verschiedene Temperaturangaben an: «Tcomf» beschreibt den Bereich, in dem die «Durchschnitts-Frau» komfortabel schlafen kann. «Tlim» steht für die Minimaltemperatur, bei jener der «Durchschnitts-Mann» noch nicht friert. «Text» ist die Temperatur, bei welcher Frauen im Schlafsack noch überleben können. Es droht aber Unterkühlung. Frau und Mann sollten sich jeweils an der Komforttemperatur orientieren und bei Hitze den Reissverschluss öffnen. Ein weiterer Faktor, weshalb es für Frauen spezielle Schlafsäcke braucht, betrifft den Schnitt: Je optimaler der Körper einen Schlafsack ausfüllt, desto besser isoliert dieser.

Der Körperbau von Frau und Mann unterscheidet sich aber deutlich. Generell haben Frauen schmalere Schultern und breitere Hüften. Wird der Schlafsack etwa an der Hüfte zusammengedrückt, geht die Wärme verloren; ist er im Schulterbereich zu weit, entweicht warme Luft nach oben. Frauenschlafsäcke sollten daher an den Schultern schmaler und an den Hüften breiter geschnitten sein. Und wer das nicht möchte, greift zum Modell für Männer. Frauen haben nun immerhin die Wahl.

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