Rund 150 Riesenschildkröten haben auf der Insel Floreana ein neues Zuhause gefunden. Es sind die ersten Tiere seit über hundert Jahren auf der sechstgrössten Galapagosinsel. Die letzten Riesenschildkröten waren dort vor über einem Jahrhundert gesichtet worden, teilte das ecuadorianische Umweltministerium im Februar mit.

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Nach der Ankunft auf Floreana seien die Schildkröten in 158 Kisten von Forschenden und Helfenden zu Fuss zu ihrem Bestimmungsort auf der Insel gebracht worden. Der Fussmarsch habe sieben Kilometer durch «vulkanisches Gelände und schwer zugängliche Gebiete» geführt. Der Freilassungsort sei so gewählt worden, dass sich die Riesenschildkröten «gut an die natürliche Umgebung anpassen» könnten.

Riesenschildkröten fördern Regeneration

Die auf Floreana freigelassenen Schildkröten wurden in einem speziellen Programm des Galapagos-Nationalparks gezüchtet. Wie das ecuadorianische Umweltministerium mitteilte, verbrachte jedes Tier eine längere Zeit in Quarantäne und wurde zwecks Identifikation mit einem Mikrochip versehen.

«Zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert beherbergt Floreana wieder Riesenschildkröten – eine Art, die als Ökosystemingenieure eine strategische Rolle spielt: Sie verbreiten Samen, regulieren die Vegetation und fördern die Regeneration des natürlichen Lebensraums», teilte das Umweltministerium mit.

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Montag, 9. Mai 2016

Die Galapagos-Inselgruppe besteht aus 13 Inseln, die grösser als 10 Quadratkilometer sind. Dazu kommen über 100 kleinere Inseln. Die dortige Flora und Fauna gilt als einzigartig; das empfindliche Ökosystem zählt gar zum Weltnaturerbe der Menschheit.

15 auf den verschiedenen Inseln vorkommende, endemische Schildkrötenarten werden als Galapagos-Riesenschildkröten bezeichnet. Davon gelten vier Arten als ausgerottet.