Frühling
Jungvögel: beobachten statt direkt eingreifen
Viele Vögel sind derzeit am Brüten. Bei Jungvögeln ausserhalb des Nests gilt es, vor dem Eingreifen erst einmal genau hinzuschauen. Denn nicht immer ist menschliche Hilfe nötig.
In den kommenden Wochen verlassen die ersten Jungvögel ihr Nest und erkunden die Welt. Bei Vogelarten wie Amsel, Finken oder Hausrotschwanz passiert dies bereits, bevor sie flugtauglich sind. Die befiederten Jungvögel können bereits ausserhalb des Nests überleben. Ihre Eltern versorgen sie allerdings weiterhin. Dieser Schritt ist ein natürlicher Prozess bei einigen Arten. «Meistens benötigen die Jungvögel keine menschliche Hilfe, sondern sollten in Ruhe gelassen werden», schreibt die Schweizerische Vogelwarte in einer Mitteilung.
Wer unsicher ist, ob ein Jungvogel doch verlassen worden ist, sollte ihn aus mindestens 50 Metern Distanz beobachten. Wenn die Eltern ihn innerhalb einer Stunde nicht mit Nahrung versorgt haben, empfiehlt es sich, mit einer Pflegestation Kontakt aufzunehmen. Haltung und Pflege von Vögeln setzen laut der Vogelwarte Fachwissen und Bewilligungen voraus. Eine Aufzucht durch Privatpersonen ist in der Regel nicht zulässig.
Nestlinge erkennen
Ein Jungvogel benötigt dann Hilfe, wenn er verletzt oder noch nicht alt genug ist, um ausserhalb des Nests überleben zu können. Nestlinge erkennt man daran, dass sie meist fast oder ganz nackt sind und nicht hüpfen können. Der Entscheidungsbaum der Vogelwarte hilft, richtig zu reagieren. In unklaren Situationen empfiehlt es sich, den Vogel zu fotografieren und sich bei einer Pflegestation nach einer Einschätzung zu erkundigen. Die Schweizerische Vogelwarte betreibt eine eigene Pflegestation. Diese kann unter Tel. 041 462 97 00 (Mo-Fr 8-12 Uhr und 13.30-17 Uhr) erreicht werden; an Wochenenden und Feiertagen ist ein Pikettdienst organisiert (9-12 Uhr und 13.30-17 Uhr).
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