Die Geschichte beginnt im Sommer. Während der Paarungszeit zwischen Mai und Juli wirkt alles entspannt, fast beiläufig. Doch hinter den Kulissen läuft ein hochpräzises System. Denn nach der Befruchtung legt der Embryo eine Pause ein. Eine sehr lange Pause. Die sogenannte Keimruhe sorgt dafür, dass sich das befruchtete Ei erst im Spätherbst in der Gebärmutter einnistet – und nur, wenn die Bärin genug Fettreserven gesammelt hat. Es entscheidet sich auch nicht nur ob, sondern auch wie viele Junge entstehen. Gut genährte Bärinnen setzen oft zwei oder drei Embryonen ein, manchmal sogar vier. Hat die Bärin wenig Energie angesammelt, entwickelt sich vielleicht nur ein einzelnes Jungtier oder gar keines. Die Natur hat also einen automatischen Sicherheits-mechanismus eingebaut, der verhindert, dass eine Bärin mehr Nachwuchs bekommt, als sie im Winter versorgen könnte. Ein schlanker Sommer? Dann fällt der Nachwuchs eben aus. Kein Risiko, keine Verschwendung. Evolution mit Sicherheitsgurt.…

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