Winterliche Schlafplätze
Auch Rotmilane kennen Junggesellen-Buden
Warum Rotmilane im Winter oft in Gruppen schlafen, war lange unklar. Eine neue Studie der Schweizerischen Vogelwarte liefert nun erste Hinweise. Wohngemeinschaften für junge Erwachsene gibt es offenbar auch im Reich der Greifvögel.
Viele Rotmilane verbringen kalte Nächte an gemeinsamen Schlafplätzen, die dutzende Vögel umfassen können. Laut einer neuen Studie der Schweizerischen Vogelwarte suchen vor allem junge Greifvögel regelmässig solche Treffpunkte auf – davon doppelt so viele Männchen wie Weibchen.
Ab etwa drei Jahren besuchen Rotmilane die Schlafplätze immer seltener. Brutpaare halten sich meistens ganz fern und übernachten stattdessen gemeinsam in der Nähe ihres Reviers.
Warum sich besonders junge Vögel an Schlafplätzen sammeln, ist noch nicht abschliessend geklärt. Auf Grundlage der jüngsten Erkenntnisse sehen die Forschenden jedoch mögliche Erklärungen: Zum einen könnten die Treffpunkte als Informationszentren dienen, in denen unerfahrene Jungvögel Hinweise auf gute Nahrungsgebiete austauschen. Zum anderen könnten die Versammlungen auch als eine Art Partnerbörse dienen. Junge Rotmilane könnten dort schneller einen Brutpartner finden – und möglicherweise auch erfahren, wo in der Umgebung ein freies Revier verfügbar ist. Um diese Vermutungen zu überprüfen, sind jedoch weitere Untersuchungen vonnöten.
Zur Studie:Die neuen Erkenntnisse stammen aus einem umfangreichen Forschungsprojekt zum Rotmilan, das die Schweizerische Vogelwarte seit mehr als zehn Jahren betreibt. Für die aktuelle Studie werteten Forschende fast 34’000 Übernachtungen aus. Grundlage waren Daten von 216 Rotmilanen, die über einen Zeitraum von sechs Jahren mit GPS-Sendern verfolgt wurden.
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