Population wächst
Über 350 Luchse in der Schweiz
Der Bestand der Schweizer Luchse wächst langsam aber stetig weiter. Im Alpenraum geht es den Raubkatzen bedeutend besser als im Jura.
Zwei Drittel der Schweizer Luchse leben in den Alpen. Laut neusten Zahlen der Stiftung Kora hat sich die Population dort in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt. Im Jura hingegen wuchs der Bestand deutlich schleppender von 50 auf 86 Tiere. In diesen Zahlen miteinberechnet sind Luchse, die sich in den letzten zehn Jahren im Mittelland zu etablieren begannen.
Insgesamt stieg die Population hierzulande auf 364 Tiere an. Am stärksten gewachsen ist jüngst die Anzahl bekannter Verluste. Von durchschnittlichen etwa 30 Raubkatzen jährlich sprang sie 2024 auf 56 Tiere.
Zu kleiner Genpool
Da bei der Wiederansiedelung ab den 70er-Jahren auf zu wenige Luchse gesetzt wurde, leiden die Tiere heute unter Inzucht-Problemen. Ende 2025 bewilligte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Aussetzung zweier Luchse, die im Kanton Graubünden den Genpool erweitern sollten: einer aus dem Jura, einer aus den Karpaten. Die Tiere sollten auch als Schadenersatz dienen für die drei Luchse, die ein Wildhüter im November 2024 irrtümlich erlegt hatte.
Doch seit Februar 2026 liegt das Projekt wegen zweier Vorstösse auf Eis. Zu gross sei die Gefahr für Nutztiere, heisst es von den initiierenden Parteien SVP und Mitte. Die Gegenseite beschwichtigt, die geringe Chance auf Risse bei Luchsen sei zu vernachlässigen. Zwischen 2022 und 2024 kam es jährlich zu etwa 100 nachgewiesenen Nutztierrissen durch Luchse. Der Entscheid des Kantonsparlaments, wie es mit den Raubtieren weitergeht, steht noch aus.
Bitte loggen Sie sich ein, um die Kommentarfunktion zu nutzen.
Falls Sie noch kein Agrarmedien-Login besitzen:
Jetzt registrieren