Die Geburt war mit Spannung erwartet worden. Elefantenkuh Indi, die bereits mehrfach erfolgreich Nachwuchs zur Welt gebracht hat, war seit rund 19 Monaten trächtig. Der Zoo hatte die Trächtigkeit Ende Februar öffentlich bekannt gemacht und die Geburt für das Frühjahr angekündigt. Vater des Kalbs ist der Elefantenbulle Thai.

Am 1. Juni 2026 war es schliesslich soweit: Die 40-jährige Indi brachte das Jungtier problemlos zur Welt. Ihre Tochter Chandra, mit der sie laut dem Zoo Zürich ein besonders enges Verhältnis pflegt, stand ihr während des gesamten Geburtsvorgangs zur Seite wie es auch bei frei lebenden Elefanten üblich ist.

Normalerweise sind Elefantenkälber in der Lage, nur wenige Minuten nach der Geburt selbstständig aufzustehen. Diesem Jungtier gelang es nicht. «Das männliche Jungtier von Elefantenkuh Indi und dem 21-jährigen Bullen Thai unternahm wiederholt kräftige Aufstehversuche, konnte seine Hinterbeine jedoch nicht ausreichend belasten, weshalb es auf dem Boden liegen blieb», beschreibt Zoodirektor Severin Dressen die Situation direkt nach der Geburt.

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Um die medizinische Versorgung des Kalbs zu ermöglichen, sei es von Indi und seiner Halbschwester Chandra getrennt worden, schreibt der Zoo Zürich in einer Medienmitteilung. Der Elefantenmutter wurde zu diesem Zweck eine medikamentöse Beruhigung verabreicht. Das Team des Zoos habe anschliessend weitere Massnahmen ergriffen, um dem Jungbullen beim Aufstehen zu unterstützen. Bei der Untersuchung seien keine offensichtlichen Verletzungen festgestellt worden.

Trotz aller Bemühungen sei das Jungtier nicht in der Lage gewesen, seine Hinterbeine ausreichend zu belasten und selbstständig zu laufen. Auch über Nacht sei es trotz intensiver Betreuung und kontinuierlicher tierärztlicher Überwachung nicht in der Lage gewesen, aufzustehen. 

Nach einer erneuten Gesamtbeurteilung der Situation entschied sich das Team im Sinne des Tierwohls für die Euthanasie des Jungtiers. Die Prognose habe keine Aussicht auf ein komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbes zugelassen. Mutter Indi habe die Möglichkeit erhalten, sich von ihrem verstorbenen Jungtier zu verabschieden.

Nur vier von acht Geburten erfolgreich

«Wir hätten uns sehr einen glücklicheren Ausgang der Trächtigkeit von Indi gewünscht – vor allem auch nach dem intensiven und unermüdlichen Einsatz aller beteiligten Zoomitarbeitenden und den Tierärztinnen und -ärzten. Mit einem gesunden Jungtier wäre einerseits unsere Elefantengruppe nach den frustrierenden Verlusten in den vergangenen Jahren wieder vergrössert worden, andererseits ist jede erfolgreiche Geburt im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Asiatischen Elefanten ein wichtiger Beitrag zu einer stabilen Reservepopulation in Europa», bedauert Zoodirektor Severin Dressen den Tod des Jungtiers.

Zurzeit leben im Kaeng Krachan Elefantenpark zwei voneinander getrennte Elefantenherden mit jeweils zwei weiblichen Tieren sowie ein Bulle, der zeitweise Zugang zu beiden Gruppen erhält. Seit der Eröffnung des Lebensraumes im Jahr 2014 wurden insgesamt acht Elefantenkälber geboren. Vier dieser Geburten verliefen erfolgreich.

Am 19. April geboren
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Donnerstag, 24. April 2025

Ein Kalb verstarb im Jahr 2020 kurz nach der Geburt an Kopfverletzungen, die vermutlich durch andere Elefanten der Gruppe verursacht wurden. Drei weitere Jungtiere in den Jahren 2020, 2023 und jetzt 2026 waren aufgrund unterschiedlicher Fehlentwicklungen oder mangelnder Vitalität nicht überlebensfähig. Wie der Zoo Zürich betont, können solche pränatalen Störungen bei allen Tierarten sowohl in Zoos als auch in wildlebenden Populationen auftreten und gehören zu den natürlichen Risiken der Fortpflanzung.

Weltweit leben nur noch 50'000 Asiatische Elefanten in der Natur. Seit 2009 engagiert sich der Zoo Zürich mit seinem Naturschutzprojekt Kaeng Krachan in Thailand aktiv für den Schutz der stark bedrohten Asiatischen Elefanten. Dabei unterstützt der Zoo unter anderem die Arbeit der Rangerinnen und Ranger im rund 3000 Quadratkilometer grossen Nationalpark. Parallel dazu beteiligt sich der grösste Schweizer Tierpark am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).