Blinzeln Sie Ihre Katze an – sagen Wissenschaftlerinnen

Katze blinzelt im Garten

Langsames Zukneifen der Augen, oft mehrmals hintereinander: das wohlige Blinzeln der Katzen ist ihre Art zu lächeln.

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Verhalten
Viele Katzenhalterinnen tun es ja schon lange: Sie blinzeln ihre Katzen an – die Katzen blinzeln zurück. Nun haben Forscherinnen den experimentellen Beweis für diese Kommunikation zwischen Mensch und Tier erbracht.

Wen eine Katze langsam blinzelt oder ihre Augen schmälert, drückt sie damit ihr Wohlwollen aus. Gegenüber ihren Menschen, gegenüber der Situation – langsames Blinzeln ist quasi die kätzische Variante des Lächelns (lesen Sie hier mehr zur Katzensprache).

Vielen Katzenhalterinnen und Katzenhaltern ist dies längst aufgefallen. Um dem Büsi zu zeigen, dass man in friedlicher Absicht kommt, kann man es anblinzeln, wenn man sich ihm nähert. Häufig blinzelt es sogar zurück. Kommunikation, die funktioniert – zwischen zwei doch so unterschiedlichen Spezies.

Ob dies wirklich so ist oder ob es sich dabei nur um die subjektive und vor lauter Büsiverliebtheit vielleicht etwas getrübte Wahrnehmung der Katzenbesitzer handelt, das glauben englische Forscherinnen der Universität Brighton nun geklärt zu haben. Sie haben experimentell nachgewiesen, dass Katzen tatsächlich zurückblinzeln.

Blinzeln schafft Vertrauen
In einem ersten Experiment zeigte sich nämlich, dass Katzen häufiger blinzeln, wenn ihre Menschen sie anblinzeln. Gibt es keine Interaktion mit Menschen, blinzeln sie weniger. Blinzeln schafft zudem Vertrauen: Wie die Forscherinnen in einem zweiten Experiment herausgefunden haben, nähern sich Katzen unbekannten Personen signifikant mehr, wenn sie von diesen zuerst ein freundliches Blinzeln erhalten haben.

Die Blinzel-Interaktion mit der unbekannten Person, so schreiben die Autorinnen im Fachmagazin «Scientific Reports», versetze die Katzen entweder in einen grundsätzlich positiven emotionalen Zustand oder die Tiere nehmen die Person dadurch einfach als freundlich war. Wie immer dem auch sei, die Erkenntnisse könnten helfen, besser auf das Wohlergehen der Katzen zu achten – auch in Situationen, in denen sich Katzen häufiger unwohl fühlen, wie beispielsweise beim Tierarzt oder im Tierheim. Es seien allerdings weitere Studien nötig, um die Mechanismen der Kommunikation zwischen Mensch und Katze genauer verstehen.

Autor

Meret Signer

Meret Signer

Meret Signer ist «Tierwelt»-Online-Redaktorin, Biologin und Ornithologin. Genau so sehr wie Vögel liebt sie aber ihre flauschige Katze Redi, weswegen sie oft im Dilemma ist. Während Redi jedoch lieber zuhause faulenzt als auf die Jagd zu gehen, wandert Meret durch die Gebirge dieser Welt. Immer mit dabei: ihr Feldstecher.

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