Der Arbeitsplatz der Hennen

Huhn im Legenest
Legenest
Wenn Hühner mit dem Legen beginnen, brauchts ein Legenest. Wie bei den Betten in einem Möbelhaus gibt es auch bei den Legenestern verschiedene Bauweisen. Im Unterhalt zeigt sich, wie die einzelnen Raffinessen das Leben erleichtern.

Die im Frühjahr geschlüpften Hennen beginnen in diesen Monaten mit dem Legen. Deshalb ist im Hühnerstall spätestens jetzt das Legenest anzubringen oder für die kommende Legeperiode zu reinigen. Dabei verhält es sich beim Legenest wie bei einem Arbeitsplatz: Er sollte attraktiv und für die Hühner gut erreichbar sein, wie es in den Ausbildungsunterlagen «Geflügelhaltung» des Aviforum heisst. Ausserdem sollten es die Hühnerhalter für das tägliche Eiersammeln der Eier einfach haben. 

Dabei gibt es verschiedene Ausführungen wie Einzel-, Abroll- oder Gruppennester mit ihren Vor- und Nachteilen. In den Gruppennestern werden die Nestabteile von mehreren Hühnern gleichzeitig genutzt. Im Gegensatz zu den Einzelnestern für nur eine Henne. Bei diesen ist der Eingang mit einer Klappe versehen. Durch den eingebauten Kippmechanismus wird die Einstiegsklappe von einem belegten Nest geschlossen, damit die Hühner bei der Eiablage nicht gestört werden können. Maximal fünf Hennen dürfen sich ein Einzelnest teilen, schreibt das Tierschutzgesetz vor. Gruppennestern dürfen pro Quadratmeter maximal 100 Legehennen zugeteilt werden. 

Position entscheidet über Erfolg
Legenester können je nach Anzahl Hennen auch mehrstöckig sein. Wo hingegen das Nest im Stall positioniert wird, kann matchentscheidend sein. Die Hühner suchen eine geschützte, etwas abgedunkelte Ecke. Deshalb sollte direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermieden werden. Eine Montage an der Aussenwand oder an jener Wand mit Fenster ist ideal. Die Positionierung im Hühnerstall kann bereits dafür sorgen, dass die Hennen nicht in das Legenest gehen, sondern ihre Eier lieber in einer Ecke im Stall legen. Wie das Aviforum in den Unterlagen «Geflügelhaltung» schreibt, sollten die Nester nicht höher als 80 Zentimeter über dem Boden platziert werden. In kleineren Ställen der Hobbyhaltung hat sich eine noch tiefere Positionierung auf zirka 50 Zentimeter über Boden als praktisch erwiesen. 

Je nach Hühnerhaus sind die Legenester in der Aussenwand so eingebaut, dass die Eier von aussen entnommen werden können. Dadurch ist für einen hohen Bedienkomfort für den Hühnerhalter gesorgt, und das Legenest nimmt im Stall keinen Platz weg. Die Gruppennester werden von vielen Hennen gerne aufgesucht – besonders dann, wenn sie mit zehn bis 15 Zentimeter Kornspreu eingestreut sind und sich jede Henne so ein bequemes Plätzchen zur Eiablage schaffen kann. Das Einsammeln der Eier gleicht so eher einem Ostereiersuchen. Ganz anders sind im Vergleich dazu die Abrollnester. Dort kullern die Eier nach der Ablage über den schrägen Nestboden in die darunterliegende Schublade und in der Wirtschaftgeflügelzucht auf das Eiersammelband. Dadurch sind die Eier vor Verschmutzung geschützt und können auch nicht durch die Hühner angepickt werden.

Gruppennester sollten nicht zu grosse Nestabteile haben, damit sich nicht zu viele Hennen in den Ecken zusammendrängen können. Wird ein Legenest nicht eingestreut, so eignen sich als Unterlage weiche und strapazierfähige Materialien wie Kunstrasen oder Gummimatten, die auch einfach zu reinigen sind. Als Unterlage ist in der Hobbyhaltung auch Heu oder Stroh, das regelmässig ausgetauscht wird, bestens geeignet. 

Eier in der Eiausgabe

Ein einfacher Korb eignet sich auch
Ein Legenest muss nicht zwingend eine Hightechkonstruktion beinhalten. Ein einfacher, eingestreuter Korb in einer Ecke kann den Zweck bei einer kleinen Herde ebenfalls erfüllen. Bei grossen Beständen der Wirtschaftsgeflügelzucht gehen die Finessen jedoch noch weiter. Dort haben die Eiersammelbänder oftmals noch eine Selbstreinigung der Eier eingebaut, und die Legenester schlies­sen automatisch, damit die Hennen in der Nacht dort nicht übernachten. 

Ein wichtiges Element eines Legenests ist der Anflugbalkon. Er erleichtert dem Huhn den Einstieg in das Nest und bei mehreren Einzelnestern nebeneinander die Nestauswahl. Hühner sind dabei sehr wählerisch und nehmen nicht das erstbeste Nest. Oft haben sogar mehrere Hennen die gleiche Vorliebe für ein bestimmtes Nest. 

Für Halter, die einen verbindlichen Abstammungsnachweis vorlegen müssen, beginnt die Verfolgung der Nachkommen bereits bei der Eiablage. Für eine genaue Nachverfolgung eignen sich Fall- oder Klappnester bestens. Dort wird die Henne beim Eintritt in das Legenest mittels einer herabfallenden Klappe eingesperrt. Sie kann erst wieder aus dem Legenest, wenn der Besitzer das Huhn rauslässt.

Oftmals werden solche Fallnester nur während der Zeit des Bruteiersammelns eingesetzt, um die Nachverfolgung genau festzuhalten. Dabei wird die Ringnummer der Henne mit Bleistift auf das Ei geschrieben. Der grosse Nachteil solcher Fallnester ist der erhöhte Arbeitsbedarf mit der mehrmaligen Kontrolle, um die Hühner nicht den ganzen Tag im Legenest eingesperrt zu lassen. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Hennen möglichst rasch nach der Eiablage wieder an den Futtertrog können, um das nächste Ei zu produzieren. 

Im Handel gibt es für die Hobbyhalter unzählige Varianten von Legenestern. Solche aus Holz, aus Metall oder auch Kunststoff. Wenn sie nicht als Aufenthaltsort der Hühner dienen, bleiben die Nester meist recht sauber. Eine regelmässige Reinigung und der Austausch von Einstreu empfehlen sich trotzdem. 

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