Die Gänseparade

Gänseparade
Vielfältige Rassen
Gans ist nicht gleich Gans. 19 unterschiedliche Rassen sind im Standard aufgeführt, die von Weissen über Graue bis hin zu Gescheckten reicht. Auch grössenmässig ist alles dabei: vom Zwölf-Kilo-Tier bis zum Vier-Kilo-Gänslein.

Die grauen Toulousergänse wirken imposant und erscheinen mit ihrer gut entwickelten Kehlwamme und der doppelten Bauchwamme sehr massig. Die Bezeichnung erfolgt nach dem Herkunftsort Toulouse, wo am Fluss Garonne bereits seit Jahrhunderten Hausgänse gezüchtet wurden. Die Rasse ist hierzulande immer wieder anzutreffen und gemäss früheren Standards bereits seit 1890 in der Schweiz. An der Nationalen Geflügelschau 1992 wurden 30 Tiere gezeigt, doch heute ist die Verbreitung auf einzelne wenige Tiere gesunken. 

Mit 12 Kilo zählt der Emdener Ganter zu den grössten Gänserassen. Die schneeweisen Tiere tragen ihren langen Hals wie ein Schwan. In grossen Gruppen sind sie in ihrer Heimat in Ostfriesland anzutreffen. In der Schweiz war die Rasse an der Nationalen Gefügelausstellung von 1950 mit insgesamt 45 Tieren am besten verbreitet. Sie haben einen massigen und langen Körper mit doppelter Bauchwamme, die den Erdboden nicht berühren darf. Wie Horst Schmidt im Buch «Gross- und Wassergeflügel» schreibt, galten die Emdener Gänse stets als gute Legerasse, die mehr als 40 Eier pro Jahr legten. 

Mit vier Kilogramm ist die Elsässer Gans gleich drei Mal leichter als die Emdener Gans.  Diese Gans wird im Farbenschlag grau und graugescheckt gezüchtet. Der Kopf, ein Viertel des Halses, das Schultergefieder und das Schenkelgefieder ist dabei grau, der Rest der Befiederung weiss. 

Die Pommerngans ist vom Typ her eine schwere Gans, die in Dokumenten bereits vor 3000 Jahren erwähnt ist. Einst wurden sie als «Rügensche Gänse» bezeichnet. Dabei sollen vor ungefähr 100 Jahren grosse Herden dieser Gänse auf den Markt nach Stralsund getrieben worden sein. Die Gänsezucht in Pommern verlor erst ihre Bedeutung, als vermehrt Rüben anstelle von Kleeweiden und Getreide angebaut wurden. 

Das Erscheinungsbild der Höckergans ist durch den halbkugeligen Höcker auf dem Kopf geprägt. Die Gänse stammen von der wild vorkommenden Schwanengans ab. Als Rasse war sie bereits früh auf der ganzen Welt verbreitet. Im graubraunen Farbenschlag ist der Schnabel schwarz und der lange Hals mit einem dunkelbraunen Streifen gezeichnet. Der weisse Farbenschlag ist seit jeher etwas schwerer, dessen Schnabel- und Höckerfarbe orange. 

Im Laufe der Zeit sind durch Kreuzung weitere Gänserassen entstanden. So etwa die Afrikanische Höckergans, die eine Kreuzung mit Toulouser Gänsen ist und nichts mit Afrika zu tun hat. Oder die schwere Cholmogory Gans, die einen Höcker und eine riesige Kehlwamme trägt. 

Wasser für die Gänsehaltung
Im Merkblatt von Kleintiere Schweiz zu den gesetzlichen Anforderungen an die Geflügelhaltung steht zur Gänsehaltung, dass eine Schwimmgelegenheit mit sauberem Wasser vorhanden sein muss. Für bis zu fünf Tiere soll das Bad zwei Quadratmeter gross und 40 Zentimeter tief sein. So können die Gänse ihr Gefieder ausreichend putzen. 

Diese Schwimmgelegenheit ist ganzjährig tagsüber anzubieten. Wichtig ist dabei der Ein- und Ausstieg mit einer flachen Partie, damit die Gänse nicht rutschen. Für die Zucht bietet eine grosszügige Schwimmgelegenheit gute Voraussetzungen, weil sich die Gänse auf dem Wasser einfacher paaren können und dadurch die Befruchtungsrate der Eier verbessert wird. Am tollsten für Gänse sowie Enten wäre fliessendes Wasser, das durch den regelmässigen Zu- und Abfluss stets sauber bleibt. Ein Gehege für Gänse sollte mindestens 20 Quadratmeter gross sein. Da Gänse gerne weiden, ist die Mindestfläche von 10 Quadratmetern pro Tier der Rasse entsprechend anzupassen. 

Gänse baumen sich in der Nacht nicht auf wie Hühner das tun, sondern liegen am Boden. Deshalb ist eine feuchtigkeitsaugende Einstreu empfohlen. Für den Stall, der hauptsächlich in der Nacht benützt wird, sollten bei Masttieren maximal drei und bei Zuchttieren deren zwei auf einem Quadratmeter gehalten werden. 

Diepholzer Gans

Diepholzer Gans
Gewicht Ganter: 7 Kilo
Gewicht Gans: 5,5 bis 6 Kilo
Bruteiergewicht: 140 Gramm

Die Diepholzer Gans wurde in der gleichnamigen Grafschaft aus Landgänsen herausgezüchet.

Fränkische Landgans

Fränkische Landgans
Gewicht Ganter: 5 bis 6 Kilo
Gewicht Gans: 4 bis 5 Kilo

Gewicht Bruteier: 140 Gramm

Die Fränkische Landgans ist eine alte, bodenständige Rasse, die sicher brütet und in der Saalegegend verbreitet ist. 

Toulouser Gans

Toulouser Gans
Gewicht Ganter: 9 bis 10 Kilo
Gewicht Gans: 8 bis 9 Kilo
Gewicht Bruteier: 170 Gramm

Die massige Körperform und der kräftige Hals dominieren das Erscheinungsbild der aus Süd­frankreich stammenden Gans.

Pommergans

Pommerngans
Gewicht Ganter: 8 Kilo
Gewicht Gans: 7 Kilo
Gewicht Bruteier: 170 Gramm

Die Herkunft der Pommerngans liegt hauptsächlich auf der Insel Rügen (D). Sie ist eine grosse und schwere Rasse, die es in drei Farbenschlägen gibt.

Elsässer Gans

Elsässer Gans
Gewicht Ganter: 4 bis 4,5 Kilo
Gewicht Gans: 4 bis 4,5 Kilo
Gewicht Bruteier: 120 Gramm

Die Elsässer Gans ist in Frankreich
in den unteren Tälern des Elsass entstanden und eine kleinere Rasse, die sich nicht in erster Linie zum Mästen eignet. 

Höckergans

Höckergans
Gewicht Ganter: 5 Kilo
Gewicht Gans: 4 Kilo
Gewicht Bruteier: 120 Gramm

Die elegante Gans mit aufgerichteter Haltung stammt von der wilden Schwanengans ab und kam im 18. Jahrhundert aus China oder Japan
nach Europa.

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