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Die faszinierende Geschichte um die Wildpferde des Monte Bisbino

Für Phänomene wie die Wildpferde des Monte Bisbino bleibt in unserer Gesellschaft kaum noch Platz. Umso bemerkenswerter ist die grenzüberschreitende Zivilcourage, die ihre Freiheit sicherte.

Nur ein paar wenige Kilometer vom Comersee entfernt, auf dem italienischen Monte Bisbino, hielt ein Älpler einst eine beachtliche Herde Haflinger. Als der Halter im Jahr 2003 verstarb, blieben seine Pferde allein zurück. Doch sie schlugen sich durch, überlebten Winter für Winter und pflanzten sich weiter fort. Bis der Schnee eines Tages die Weide am Berg mehr als einen Meter tief unter sich vergrub.

Auf der verzweifelten Suche nach Futter stiegen die Pferde hinunter ins Tal – einige gingen ins nahegelegene Schweizer Dorf Sagno, die anderen nach Rovenna in Italien. Dort stiessen sie jedoch auf wenig Begeisterung der örtlichen Weidebesitzer. Manche versuchten, die Pferde zu vertreiben. Viele Beschwerden gingen bei den Behörden ein. Bevor aber die Tiere beschlagnahmt werden konnten, formierte sich Widerstand in der Bevölkerung. Zahlreiche Menschen aus beiden Ländern organisierten sich und setzten sich für die Rettung der Herde ein. Gemeinsam fanden sie eine Lösung, wie die Pferde möglichst viel ihrer Selbstständigkeit behalten konnten.

Umsorgte Freiheit

Für das Winterquartier stellt die italienische Gemeinde Lanzo der Herde ein zweieinhalb Hektaren grosses Grundstück zur Verfügung. Dort sorgt der Verein «Associazione Cavalli del Bisbino» von Oktober bis Mai dafür, dass es den Pferden an nichts fehlt: weder an Heu noch an medizinischer Versorgung. Sobald die Weiden in den Höhenlagen wieder üppiger werden, begleiten Freiwillige die Herde auf die italienische Seite des Monte Generoso. Dort stehen ihr 120 Hektaren Wald und Grasland mit eigener Quelle und einem Wasserbecken mit 7000 Litern Fassungsvermögen zur freien Verfügung. Die Pferde sind nicht eingezäunt und legen täglich Strecken von über 15 Kilometern zurück. Vereinsmitglieder haben jedoch beobachtet, dass sie sich meistens innerhalb der obersten 300 Höhenmeter des 1700 Meter hohen Monte Generoso aufhalten.

Ab Oktober sehen Freiwillige jeden Tag nach den Tieren. Denn wenn die Nächte kälter werden, die Tage kürzer und die Nährstoffe im Gras nachlassen, machen sich die Pferde selbstständig auf den Weg zurück ins Tal.

Da die Herde sich nach den ersten beiden gut umsorgten Wintern munter vermehrt hat, beschloss der Verein, die Hengste kastrieren zu lassen. Irgendwann werden die Wildpferde des Monte Bisbino also aussterben. Im Frühjahr 2026 sind es aber noch immer 21 Pferde, die den Aufstieg zu ihren Sommerweiden auf dem Monte Generoso überwinden und dort viele Naturliebhaber begeistern und inspirieren.

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