Was sind die häufigsten Fehler im Umgang mit einem E-Bike?

E-Bike-Neulinge unterschätzen oft die starke Beschleunigung. Gerade im Stadtverkehr mit vielen Hindernissen oder auf rutschigem Untergrund kann es gefährlich werden, wenn das Velo beim Anfahren einen plötzlichen Satz nach vorne macht. Man sollte daher nicht im höchsten Unterstützungsmodus (Turbo) anfahren. Auch das hohe Gewicht des E-Bikes ist gewöhnungsbedürftig: Es kann im Stand leicht umkippen und neigt gerade bei Reisen mit zusätzlichem schwerem Gepäck zum Schlingern. Vor einer Reise sollte man sich auf kleineren Touren an das Fahrgefühl gewöhnen. Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte sich zuvor mit der richtigen Kurven- und Bremstechnik beim Bergabfahren vertraut machen – dieser fahrtechnische Aspekt wird oft vernachlässigt.

Unterwegs ist es wichtig, ausreichend von der Schaltung Gebrauch zu machen. Die Motorunterstützung kann dazu verführen, in zu schweren Gängen bergauf zu fahren. Das belastet aber den Motor und die Antriebskomponenten stark und führt zu vorzeitigem Verschleiss. Zudem ist der Akku so schneller leer. Nach der Tour sollte man den Akku richtig lagern: Am besten zwischen 10 und 20 Grad und möglichst trocken. Auch sollte man den Akku vor einer längeren Lagerung nicht zu tief entladen.

Wie verändert der elektrische Antrieb die Etappenplanung und die realistische Tagesdistanz?

Ein E-Bike kann deutlich längere Tagesdistanzen sowie mehr Höhenmeter ermöglichen. Strecken von 100 Kilometern und mehr sind mit Motorunterstützung auch für weniger trainierte Personen durchaus machbar. Allerdings kommt es dabei stark auf die Akkukapazität und die Lademöglichkeiten unterwegs an.

Besonders bemerkbar macht sich die Motorunterstützung am Berg. Im Turbo-Modus könnte man selbst an einem steilen Anstieg 25 km/h schnell fahren. Damit ist man im Vergleich zu einem normalen Velo quasi in einer anderen Dimension unterwegs. Wenn man häufig mit hoher Unterstützung bergauf fährt, entlädt sich der Akku allerdings schnell.

Sind fehlende Ladestationen ein häufiges Problem auf E-Bike-Touren?

In den meisten Regionen ist es relativ problemlos möglich, unterwegs Lademöglichkeiten zu finden. Einen E-Bike-Akku kann man an üblichen Steckdosen laden. Bei modernen E-Bike ist der Akku meist entnehmbar. Daher kann man ihn zum Beispiel mittags im Restaurant oder Café laden, wenn man um Erlaubnis fragt. Zudem gibt es mittlerweile immer mehr öffentliche, kostenlose Ladestationen. Diese findet man zum Beispiel an Radfernwegen, Bahnhöfen oder touristischen Hotspots. Apps helfen, unterwegs solche Ladepunkte zu finden. Wer die meiste Zeit im akkusparenden Eco-Modus fährt, schont die Reichweite und schafft gegebenenfalls auch eine komplette Tagestour, ohne unterwegs nachzuladen.

Muss man das Flick-Kit erweitern, wenn man auf einem E-Bike umherkurvt?

Ein herkömmliches Reparaturset genügt – die wichtigsten Bestandteile sind Ersatzschlauch oder Flickzeug, Luftpumpe, Reifenheber und verschiedene Inbusschlüssel. Treten unterwegs Probleme mit der E-Bike-Technik auf, liegt dies häufig an gelösten Kabeln oder einem verrutschten Geschwindigkeitssensor an der Speiche. Dies lässt sich auch ohne spezielles Werkzeug beheben. Bei Softwarefehlern oder Motorschäden sollte man ohnehin eine Werkstatt aufsuchen.

Worin liegen weitere Unterschiede in der Vorbereitung zu einer gewöhnlichen Velo-Tour?

In Regionen mit wenig Infrastruktur sollte man Lademöglichkeiten gezielt einplanen. In den üblichen Routenplanungsapps sind solche Punkte meist sichtbar. Bei der Planung der Unterkünfte ist es sinnvoll, auf abschliessbare Abstellräume mit Lademöglichkeit zu achten.

Auch beim Transport von E-Bikes in die Reiseregion gibt es einige Besonderheiten. Eine Mitnahme von E-Bikes im Flugzeug ist generell untersagt, auch bei Fernbussen wird dies oft ausgeschlossen. Aufgrund des hohen Gewichts ist auch nicht jeder Fahrradträger am Auto geeignet.

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Generell sollte man auf einer Radreise das jeweils zulässige Gesamtgewicht aus Velo, Fahrer und Gepäck beachten. Bei einem überlasteten Rad kann unterwegs zum Beispiel ein Speichenbruch drohen. Ein E-Bike allein wiegt meist bereits mehr als 20 Kilogramm, so dass man bei der Zuladung an Grenzen stossen kann. Eine Modelle erlauben aber ein besonders hohes Gesamtgewicht von mehr als 150 Kilogramm.

Für wen sind E-Bike-Reisen perfekt?

Ein E-Bike ist dann von Vorteil, wenn man auf einer Reise möglichst viel sehen und viel Strecke zurücklegen und dennoch entspannt unterwegs sein möchte. Auch wer die Landschaft hügeliger und bergiger Regionen geniessen möchte, ohne sich sportlich komplett zu verausgaben, profitiert von der Unterstützung. Man ist zudem weniger abhängig von Windverhältnissen und hat bei Erschöpfung die Option, immer noch einen Unterstützungsgang hochschalten zu können.

Wer dagegen auch mit etwas kürzeren Strecken zufrieden ist und das Gefühl mag, Etappen komplett aus eigener Kraft zu schaffen, für den empfiehlt sich ein normales Velo. Zudem ist man hier mit weniger Gewicht unterwegs und muss sich keine Gedanken über Lademöglichkeiten machen.