Rekorde aus der Pferdewelt

Rekordverdächtige Rösser
Pferde bestechen durch Eleganz, Sportlichkeit, Kraft und Vielfalt. Manche von ihnen sind so besonders, dass sie sich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sichern oder auf andere Weise für Schlagzeilen sorgen. Eine Auswahl.

Spieglein, Spieglein an der Wand
Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Auf die Frage, welches Pferd das schönste auf der ganzen Welt ist, gibt es also keine abschliessende Antwort. Ganz weit vorne in der Gunst der Social-Media-Nutzer liegt derzeit aber der Friesenhengst Frederik, genannt der Grosse. Vor allem in den USA kennt die Begeisterung für das schwarze Tier mit der traumhaften Mähne keine Grenzen. Seine Videos wurden und werden immer noch millionenfach angeklickt. Und auch die Filmindustrie hat den schönen Rappen längst für Miniserien und Dokumentationen entdeckt.  Frederiks Besitzerin Stacy Nazario weiss, welches Kapital sie mit ihrem besonderen Tier hat. Sie wendet viel Zeit für die Pflege des Pferdes auf und lässt ihn immer wieder von Profifotografen effektvoll in Szene setzen. Wie es sich eben für einen richtigen Internet-Star gehört.

Das Video von Frederik sehen Sie oben.

Sanfte Riesen
Kaltblutpferde sind für ihre Grösse und Stärke bekannt. Das gilt auch für das Shire Horse, das mit einem durchschnittlichen Stockmass von 178 Zentimetern als grösste Pferderasse der Welt gilt. Der in Australien gehaltene Hengst Noddy hat sogar eine Schulterhöhe von 205 Zentimetern. Das reicht aber immer noch nicht für einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. Diesen hat sich seit 2013 Big Jake mit 210,19 Zentimetern gesichert – bei einem Gewicht von fast 1200 Kilo. Der vierbeinige Riese, der in den USA lebt, ist übrigens kein Shire Horse, sondern ein Brabanter, also ein Belgisches Kaltblut. Diese sind für ihr ausgesprochen sanftmütiges Wesen bekannt. Big Jake soll da keine Ausnahme machen und durch sein zahmes Wesen bestechen.

Big Jake ist das grösste Pferd der Welt.

Klein, aber oho
Auch für das kleinste Pferd der Welt gibt es einen Eintrag im Guinessbuch. Diesen Rekord hält aktuell das Mini-Appaloosa-Pferd Bombel aus dem polnischen Lodz. Der fünfjährige Hengst wurde mit Zwergwuchs geboren und ist deshalb nur 56,7 Zentimeter gross. Das hindert Bombel aber nicht daran, Grossartiges zu leisten. Als Therapiepferd besucht er nämlich Kinder im Spital und hilft ihnen, ihr Leid für eine kurze Zeit zu vergessen. Das kleinste Pferd, das jemals gelebt hat, ist allerdings nicht Bombel, sondern der 1973 in den USA geborene Hengst «Little Pumpkin». Der Falabella-Hengst war nur 35,5 Zentimeter gross und wog gerade einmal neun Kilo. Falabellas sind die kleinste Pferderasse der Welt.

Bombel dagegen ist das Kleinste.

Rapunzel unter den Pferden
Eine schöne Mähne und lange glänzende Schweifhaare tragen viel zur optischen Attraktivität eines Pferdes bei. Was den Schweif betrifft, macht der Painthorse-Stute JJS Summer Breeze aus den USA kein anderes Ross etwas vor. Rapunzelhafte 3,81 Meter bedeuten einen Weltrekord, der seit 2007 besteht. «Zuerst hatte der Schweif eine ganz normale Länge, dann fing er plötzlich extrem an zu wachsen», erzählen die Besitzer Crystal und Casey Socha, die für das Bürsten jeweils rund zwei Stunden brauchen. Frei wehen darf der Schweif allerdings nur bei Vorführungen. Im Alltag ist er in einer Art Strumpf zusammengepackt. Schliesslich können derart lange Haare zu einer gefährlichen und lästigen Stolperfalle werden.

Stark wie Herkules
Auch Pferde aus der Schweiz haben es schon in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Und das in einer bemerkenswerten Kategorie. So gelten die Brauereipferde Monti und Captain seit 1984 als die stärksten Pferde der Welt. Damals sollten die Shire Horses am CSIO in Luzern einen Lastwagen mit einem Anhänger voller Schutt ziehen. Die beiden machten aber keinen Wank, bis schliesslich ein ihnen vertrauter Bierwagen dazwischengespannt wurde. Prompt zogen die vierbeinigen Kraftpakete unter dem tosenden Applaus der Schweizer Zuschauer unglaubliche 44’211 Kilo. Eine solche Leistung hätte sicher sogar den für seine übermenschliche Stärke bekannten Herkules beeindruckt.

Höher, schneller, weiter
Die Anatomie des Pferdes ist normalerweise auf Sportlichkeit ausgelegt. Schliesslich muss es sich als Fluchttier in freier Natur möglichst schnell in Sicherheit vor Fressfeinden bringen und dabei auch das ein oder andere Hindernis überwinden. Der Mensch hat sich diese Eigenschaften zunutze gemacht und setzt Pferde deshalb bis heute gerne in sportlichen Disziplinen ein. Abgesehen von der Dressur geht es dabei meistens um Schnelligkeit und Springvermögen. So erreichte das bis heute schnellste Pferd der Welt, «Big Racket», 1945 eine Geschwindigkeit von 69,62 Stundenkilometern. Im Hochsprung stellte der chilenische Hengst Huaso mit 2,47 Meter einen Weltrekord auf (lesen Sie hier mehr dazu). Diese fabelhafte Höhe überwand er 1949. Bleibt noch der Weitsprung. Hier steht das Pferd «Something» in den Rekordbüchern. Es sprang 1975 mit dem Südafrikaner André Ferreira 8,40 Meter weit.

Huaso springt zum Weltrekord.

Autor

Oliver Loga

Oliver Loga

Oliver Loga ist Chefredaktor ad interim. Er betreut unter anderem die Pferderubrik, was er sehr schätzt, da seine Frau stolze Halterin von zwei vierbeinigen Isländern ist. Obwohl Oliver nicht selbst in den Sattel steigt, pflegt er zu ihnen ein ebenso inniges Verhältnis wie zu seiner anhänglichen Stubentigerin Palina. Ein wichtiger Bestandteil seiner Freizeit ist zurzeit das Nachahmen von Tierstimmen für seinen kleinen Sohn. Besonders hoch im Kurs stehen dabei die gurrende Spitzschopftaube und der röhrende Hirsch.

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