Der Alpaufzug ist in der Schweiz im Allgemeinen weniger populär als der Alpabzug. Aber im Wallis werden dabei auch die Herden der Eringerkühe durchmischt. Und die Kämpfe sind unausweichlich, denn die Kühe legen damit eine Hierarchie fest, um sich als Königin des Alpaufzugs durchzusetzen.

Rund 50 Kühe nahmen am Alpfaufzug von Randonnaz teil. Jeder Züchter begleitete seine Tiere. «Sie sind seit einigen Tagen aufgeregt, weil sie zu ihrem Sommerparadies gehen werden», sagte ein Züchter. Während zwei Stunden gab es am Samstag eine Abfolge von Kämpfen, die die stolzen Besitzer der Kühe konzentriert verfolgten. «Wenn die Kühe gut kämpfen, ist das auch eine Belohnung für die Arbeit, die man im Winter macht. Und das ermutigt uns im Sommer, für das Futter im Winter zu heuen», sagte eine Besitzerin.

Die Coronavirus-bedingten Restriktionen machten es den Organisatoren nicht leicht. Nur etwa zwanzig Personen hatten in den vergangenen Tagen an der Vorbereitung teilgenommen. Und am Tag des Alpaufzugs «haben wir normalerweise viele Leute, die mitkommen, denn wir sind die ersten, die den Alpaufzug machen», sagte Marie-Lise Roduit, die Verantwortliche für Bergweide. Da die Kantine nicht öffnen dürfe, gebe es einen kleinen finanziellen Verlust.

Alles wird einfacher
Kommende Woche wird alles einfacher sein, weil der Bundesrat Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen erlaubt. Daher finden nur die für Samstag geplanten Alpaufzüge, wie jener von Fully, unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Um gekrönt zu werden, darf die Königin keinen Kampf verlieren. Am Samstag schaffte das keine der Kühe. «Sie müssen sich kennenlernen», sagte Roduit. Die Siegerin wird die Königin der Herde werden, die bald auf die Bergweide von Sorniot zieht.

Einmal oben, kann sich die Lage für die designierte Königin erschweren. Denn ihre Artgenossinnen werden während der 120 Tage der Übersommerung versuchen, ihr die Auszeichnung streitig zu machen. Siegerin wird jene, die nicht aufgibt.