Verkleben der Zitzen wird nicht verboten

Verklebte Zitzen
Eine Kuh mit verklebten Zitzen an einer Viehausstellung in Lausanne.
Schweizer Tierschutz STS/CC BY-SA 2.0
Motion abgelehnt
Damit die Milch in der Arena nicht aus dem Euter tropft, verkleben die Viehzüchter den Tieren gelegentlich die Zitzen. Der Nationalrat will diese Praktik aber nicht verbieten.

Ein Verbot des Verschliessens von Zitzen an Viehschauen hat der Nationalrat am Mittwoch abgelehnt – entgegen der Meinung des Bundesrats. Dieser empfahl die Annahme einer Motion von Irène Kälin (Grüne/AG) («Tierwelt Online» berichtete). Mit 91 zu 76 Stimmen bei 11 Enthaltungen stellte sich eine Mitte-Rechts-Mehrheit dagegen. Damit ist der Vorstoss erledigt.    

Laut der Motionärin handelt ein Grossteil der Bauern zwar korrekt. Es gebe aber immer «extremistische Züchter», welche die Zitzen der Tiere verschlössen. «Dafür wurde früher sogar Sekundenkleber eingesetzt.»

Verweis auf Eigenverantwortung  
Auch wenn Sekundenkleber inzwischen verboten sei, würden die Zitzen manchmal immer noch verschlossen, damit sich die ungemolkenen Euter prall präsentierten, ohne dass die Milch auslaufe. Studien belegten, dass überladene Eutern Verhärtungen, Ödeme oder Entzündungen zur Folge hätten.    

Zahlreiche landwirtschaftlich tätige Nationalräte widersprachen vehement: Die Branche habe längst Lösungen gefunden, um die Probleme zu lösen. Dazu gehörten zahlreiche Kontrollen, an denen auch der Bund beteiligt sei.    

Zudem sei der heute gelegentlich eingesetzte Klebstoff Kollodium unbedenklich, sagte Pierre-André Page (SVP/FR). Eine Mehrheit folgte dieser Argumentation.

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