Der Nutzgarten von A bis Z

Tomatenstauden

Bis die Tomaten und andere Gewächse im Nutzgarten reif sind, ist einiges an Wissen und Planung notwendig.

Ton Photographer 7824/Shutterstock

Buchtipp
Jetzt Gedanken an die Gartenarbeit verschwinden, während die Temperaturen draussen teils unter Null fallen? Macht Sinn, denn jetzt ist die Zeit, um sich das Wissen für den Saisonbeginn anzueignen. Dabei hilft das Buch «Selbstversorgt!» von Autorin Heide Hasskerl.

Es tönt verheissend: Gemüse, Kräuter und Beeren aus dem eigenen Garten – so lautet der Untertitel des Ratgebers von Autorin Heike Hasskerl. Doch bis man wohlgemut «Selbstversorgt!» rufen kann, fällt viel Arbeit an. Dazu wiederum ist zuerst umfangreiches Wissen über den Nutzgarten notwendig. Und nicht nur das, auch Planungen, finanzielle Erwägungen oder individuelle Bedürfnisse gilt es abzuwägen, mit Vorteil vor Beginn der Gartenarbeiten. Der Winter ist dazu die perfekte Jahreszeit. Und weil zudem pandemiebedingt persönliche Kontakte aufs Minimum reduziert werden sollen, bleibt umso mehr Musse zum Lesen. 

Winterzeit ist Nutzgarten-Wissenszeit
Das Know-How zum Selbstversorger lässt sich mit dem vorliegenden Praxisbuch im Alleingang bestens aneignen. Autorin Heide Hasskerl hat an alles gedacht und besitzt pädagogisches Geschick. Sie fängt ganz vorne an.

Bevor die Gartenwerkzeuge aus dem Schopf geholt werden, erinnert sie daran, dass gewisse finanzielle Investitionen anfallen können, zeigt, wieviele Samen kostengünstig aus Früchten und Gemüsen gewonnen werden können – und muntert auf: Ja, Urlaub und Nutzgarten sind vereinbar! Allerdings nur, wenn man von Anfang an auf die passenden gemüse setzt. Tomaten, Zucchini, Salat und Buschbohnen kann man nicht einfach so mal unbeaufsichtigt lassen. Wurzelgemüse, Kartoffeln oder Paprika, Rüebli und Mais aber sehr wohl.

Angesichts der vielen möglichen Lebens- (und Garten-)Konzepte verwundert es nicht, dass es ganz unterschiedliche Nutzgärten gibt. Auf diese geht die Autorin ein, zählt zugleich aber auch Gemeinsamkeiten auf: Samen, Gartenerde und Werkzeuge.

Was steckt in Boden und Gemüse drin?
Spannend – und ebenfalls vor Beginn der Gartenplanung zu konsumieren – sind die Kapitel, die sich mit der Ernährung befassen. Anschaulich erklärt die Autorin, welche Inhaltsstoffe in Obst und Gemüse zu finden sind, bevor sie Tipps zur Analyse des Gartenbodens gibt. 

Ein wichtiges Thema ist der Kompost, dessen Herstellung und Verwendung ebenfalls geplant sein wollen, bevor es zur praktischen Bodenarbeit geht. Umgraben und Einarbeiten des Komposts wollen gelernt sein. Aber auch das Wissen über die tierischen Helfer im Erdboden verdient Beachtung. Wer beispielsweise dafür sorgen will, dass die Regenwurm-Population wächst, sollte Pflanzenteile, Rasen- oder Wiesenschnitt flächig auftragen. 

Ist alles vorbereitet, geplant, die Gartengeräte angeschafft, kann es ans Eingemacht gehen: an die Aussaht. Doch auch hier macht es Sinn, sich das Wissen vorgängig anzueignen, damit in der Garten-Praxis dann alles rund läuft. Denn es gibt unzählige Fehlerquellen. So sollte man nicht zu dicht säen und sich vorgängig bewusst sein, welche Ausdehnung das Gemüse später einmal haben wird. Solche praktischen Tipps im Buch – und davon gibt es unzählige – sind jeweils mit grünen Feldern markiert, was für Abwechslung und Dynamik im Layout sorgt. 

Pflanzen will gelernt sein
Im Garten wird bekanntlich aber nicht nur gesät, sondern auch gepflanzt. Ob im Freiland oder im Gewächshaus – der Prozess ist heikel. Wer das Pflanzloch etwa zu tief gräbt, wird keinen Ertrag sehen. Hier sind die Zeichnungen und Tipps im Praxisbuch Gold wert. Nach einem Blick auf die Tiere, die im Nutzgarten noch so leben, geht es vertieft ins Gartenbeet.

Der Begriff «Praxisbuch», als welches der Stocker-Verlag das vorliegende Werk anpreist, ist treffend. Denn trotz aller Theorie – Autorin Heide Hasskerl vermittelt das Wissen auf eine lebendige und anschauliche Art und Weise. Planungshilfsmittel wie ein Kalender, der aufzeigt, was wann im Jahr gemacht werden sollte, sind vor allem für Nutzgarten-Neulinge hilfreich. Die umfangreiche Übersicht über Kräuter und Gemüse im hinteren Teil des Buches richten sich derweil an alle gleichermassen, etwa als Inspirationsquelle.  

Wer sich den Inhalt und die Ratschläge des mehr als 200-seitigen Buches zu Herzen nimmt, hat gute Chancen, eines Tages tatsächlich wohlgemut rufen zu können: «Selbstversorgt!». 

Buchtipp Selbstversorgt

Heide Hasskerl: «Selbstversorgt!»
6. Auflage, 2018, Wiederaufnahme
222 Seiten
Verlang: stv/Stocker-Verlag
ca. 24.- Franken
ISBN 978-3-7020-1263-2

Autor

Leo Niessner

Leo Niessner

Leo Niessner ist «Tierwelt»-Online-Redaktor, Social-Media-Manager und News-Feed-Leser. Er berichtet gerne über Flora und Fauna oder über Menschen, die sich um Flora und Fauna verdient machen, und schöpft in den Bergen Energie. Er mag Tiere. Und Musik. Am liebsten solche, in der Tiere vorkommen – zu hören in den Spotify-Listen zu jeder «Tierwelt»-Ausgabe, die er mit der Redaktion Woche für Woche zusammenstellt. Und ja, er spielt auch selber Musik. Sein grösster Traum: eine eigene «Arche Leo», in der alle Tiere dieser Welt Platz haben. Mit einem VIP-Sektor für bedrohte Arten.  

Kommentare (0)