Ein bisschen Ahnig vo Botanik

Lichtnelke blüht

Wie die einzelnen Bestandteile dieses Nägelis heissen, weiss man nach der Lektüre des «illustrierten Pflanzen-Glossars» bestimmt.

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Buchtipp
Nach einem verregneten Frühling blühen nun die Pflanzen. Wer sie bestimmen möchte, kommt an botanischen Fachbegriffen nicht vorbei. Ein neues Buch erklärt diese anschaulich und verständlich.

Nach langen Wochen der Kälte und des Regens scheint nun endlich die Sonne – und im Wald und auf den Wiesen grünt und blüht es. Was denn hier aber blüht, das möchte man oft genauer wissen. Helfen können dabei Bestimmungs- und Exkursionsführer, die in einer grossen Vielzahl erhältlich sind. Doch manch einer stösst hier bald einmal an seine Grenzen. Denn in der Fachliteratur tauchen Begriffe auf, von denen viele noch nie etwas gehört haben. Die Sprache der Botanik will erst einmal gelernt werden.

Und dafür eignet sich das im März im Berner Haupt Verlag erschienene «Illustrierte Pflanzen-Glossar» hervorragend. Über 2000 Begriffe aus der Feldbotanik werden darin erklärt – anschaulich dargestellt in mehr als 1000 farbigen Illustrationen. Zusammengetragen und geschrieben haben das Buch die Biologen Stefan Eggenberg von der Universität Bern, der als wissenschaftlicher Zeichner auch die Illustrationen beisteuerte sowie Yann Fragière und Gregor Kozlowski von der Universität Freiburg. Zeitgleich mit der deutschen Ausgabe erschien das Buch auch auf Französisch.

Illustrationen und Lexikon
Gegliedert ist das Nachschlagewerk in zwei Teile. Im vorderen, illustrierten Teil geht es vor allem darum, die Anatomie der Pflanzen kennenzulernen. Blätter, Blüten und Früchte sind hier in ihren verschiedenen Formen abgebildet, auch die generellen Wuchsformen oder die diversen Arten von Blütenständen werden anhand von Bildern erklärt.

Der zweite Teil dieses praktischen Werks besteht aus einem Lexikon der Fachbegriffe. Hier erfährt man zum Beispiel was «Achänen» sind (eine Art von Frucht), dass es bei gewissen Blüten Teile gibt, die wie eine eigene Blüte wirken und dass man diese «Meranthien» nennt, dass Haare auf der Pflanze als «Trichome» bezeichnet werden oder dass Pflanzen mit auf bestimmte Weise verzweigten Blütenständen als «zymös» bezeichnet werden.

Weiter erläutert das Buch zudem die Bedeutung einiger häufiger lateinischen Namen, die Einstufungen auf der Roten Liste und Bezeichnungen aus der Taxonomie. Obwohl darin viel erklärt wird, ist das Buch auch dank des Kartoneinbands leicht und handlich und kann gut auf einer Wanderung mitgetragen werden. Für den Einstieg in die Feldbotanik, aber auch für fortgeschrittenere Pflanzenfans ist «Das illustriere Pflanzenglossar» auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

Cover «Das illustrierte Pflanzenglossar»

Stefan Eggenberg, Yann Fragière, Gregor Kozlowski:
«Das illustrierte Pflanzen-Glossar – Ein visuelles 
Wörterbuch für die Feldbotanik»
1. Auflage 2021
Flexobroschur, 176 Seiten, über 1000 Illustrationen
Verlag: Haupt
ca. 27.- Franken
ISBN: 978-3-258-08174-8

Autor

Meret Signer

Meret Signer

Meret Signer ist «Tierwelt»-Online-Redaktorin, Biologin und Ornithologin. Genau so sehr wie Vögel liebt sie aber ihre flauschige Katze Redi, weswegen sie oft im Dilemma ist. Während Redi jedoch lieber zuhause faulenzt als auf die Jagd zu gehen, wandert Meret durch die Gebirge dieser Welt. Immer mit dabei: ihr Feldstecher.

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