Schräge Tiere, krasse Hunde

Dans la nature

Queere Tiere sind in «Dans La Nature» zu sehen, in einem der Animationsfilme am Fantoche-Festival. 

©Fantoche

«Fantoche»
Vom 7. Bis 12. September tanzen sie wieder über die Leinwand, zanken, versöhnen sich, lassen uns auch mal leer schlucken: die Tiere in den Animationsfilmen des «Fantoche»-Festivals in Baden. Neben Straussen, die ihre Köpfe in den Sand stecken und mit sich im Einklang sind, sieht man unter anderem queere Tiere sowie Hunde, die einen Leichnam verspeisen.

Eine ganz besondere Tierdoku hat Animationsfilmer Marcel Barelli geschaffen. Auch wenn seine gezeichneten Löwen in «Dans La Nature» aussehen, als seien sie einem Comic entsprungen, mitsamt der knallig leuchtenden Hintergrundfarben: Das Thema, das er in seinem rund fünfminütigen Animationsfilm aufgreift, hat nichts mit Comedy zu tun. Der Film erzählt von queeren Tiere und ruft uns in Erinnerung, dass Homosexualität etwas ganz Natürliches ist. 

«Dans La Nature» ist einer von vielen Trickfilmen, die an der 19. Ausgabe des Fantoche-Festivals in Baden gezeigt werden. Dass die Künstlerinnen und Künstler dabei gerne auf Tiere zurückgreifen, erzählten sie an den zahlreichen «Making Of»-Anlässen der letzten Festival-Ausgaben immer wieder, die das Festival abrunden («Tierwelt online» berichtete). Tiere sind eine gute Möglichkeit, um menschliches Verhalten und menschliche Eigenschaften metaphorisch darzustellen – und gerne mal zu überspitzen. So wie in «Pishtos Birthday».

Pishtos Birthday

In melancholischen Bildern erzählt der Zeichenanimationsfilm von Sonya Kendel aus Russland die Geschichte einer allzu vermenschlichten Katze. An seinem Geburtstag streitet sich Pishto zunächst, während sich draussen tiefer Winter über die Landschaft gelegt hat. Doch dann schliesst er Frieden mit seinen Besitzern. Alles wird gut – und irgendwann kommt der Frühling. 

Von Anfang an zufrieden sind die Strausse, die im Beitrag des Genfer Filmpaars Albertine und Germano Zullo die Köpfe in den Sand stecken. «les Auruches» heisst ih Beitrag zum festival und er ziegt: So schön kann die Welt sein! Vor allem, wenn man auch noch so im Einklang ist wie in diesem Animationsstreifen. 

Weniger idyllisch geht es in «Dog's Field» zu und her, wo Hunde mit dem verwesenden Leichnam ihres Besitzers in einer Wohnung eingesperrt sind und versuchen zu überleben. Ebenfalls eine unangenehme Begegnung hat der Rettungswelpe in Joe Cappa's «Ghost Dog»: Während er aufwächst, erlebt er den Horror des Erwachsenwerdens, eine Metapher für die Zeiten der Pubertät, des Sturm und Drangs und der Ängste, mit der Heranwachsende mitunter konfrontiert sind. Im Falle des kleinen Hundes werden diese durch die verstorbenen Haustieren der Familie ausgelöst, die ihn regelmässig heimgesuchen.

Trailer «Ghost Dog»

Neben den kurzen Beiträgen gibt es an jedem Fantoche-Festival auch Langfilme zu sehen. In «Even Mice Belong in Heaven» steht ein Nager im Zentrum: Die kleine Maus Whizzy und der Fuchs Whitebelly, einst Feinde, begegnen sich im Tierhimmel. Dort sind sie nach einem Unfall gelandet. Der Langfilm eignet sich für Kinder und Familien.

Trailer: «Even Mice Belong in Heaven»

Ticketverlosung

«Tierwelt online» verlost 2 x 2 Multipässe zu je 4 Tickets sowie 2 x 2 Einzeltickets für Fantoche-Filmprogramme nach freier Wahl. Wenn Sie in die Welt der Animationsfilme eintauchen wollen, schreiben Sie uns an web@tierwelt.ch (Einsendeschluss ist der Sonntag, 5. September, 20 Uhr). Die Gewinnerinnen und Gewinner werden von uns benachrichtigt. 

Autor

Leo Niessner

Leo Niessner

Leo Niessner ist «Tierwelt»-Online-Redaktor, Social-Media-Manager und News-Feed-Leser. Er berichtet gerne über Flora und Fauna oder über Menschen, die sich um Flora und Fauna verdient machen, und schöpft in den Bergen Energie. Er mag Tiere. Und Musik. Am liebsten solche, in der Tiere vorkommen – zu hören in den Spotify-Listen zu jeder «Tierwelt»-Ausgabe, die er mit der Redaktion Woche für Woche zusammenstellt. Und ja, er spielt auch selber Musik. Sein grösster Traum: eine eigene «Arche Leo», in der alle Tiere dieser Welt Platz haben. Mit einem VIP-Sektor für bedrohte Arten.  

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